Auch in Deutschland

NS-Zeichen auf Waffen: Schützen im Justiz-Visier

Tirol
21.07.2026 16:06

Eine Buskontrolle in Bayern brachte vor wenigen Wochen Tiroler Schützen aus dem Unterland in Bedrängnis. Ihnen wurden 34 Waffen abgenommen. Doch es kam noch dicker. Denn auf einigen historischen Gewehren wurden verbotene NS-Zeichen entdeckt. Während Ermittlungen dazu in Österreich inzwischen eingestellt wurden, dauern sie in Deutschland noch an.

Nach der Kontrolle eines Reisebusses mit Mitgliedern der Schützen von Waidring, Fieberbrunn und Pillersee durch die deutsche Bundespolizei am 24. Juni und der Beschlagnahmung von 34 historischen Schützengewehren wurde wegen Verdachts von Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt.

Ermittlungen nach Verbotsgesetz
Aber nicht nur: Wie jetzt bekannt wurde, gab es auch Ermittlungen nach dem Verbotsgesetz. Denn an einigen Waffen wurden fünf Millimeter große Hakenkreuze und Wehrmachtsadler entdeckt.

Der Bund der Tiroler Schützen hält dazu fest, dass es sich dabei um historische Punzierungen handelt, die bei der Herstellung angebracht wurden.

Schützen-Kommandant Thomas Saurer nimmt Stellung.
Schützen-Kommandant Thomas Saurer nimmt Stellung.(Bild: Christof Birbaumer)

Keine politische Botschaft
„Diese Stempel sind Teil der historischen Materialsubstanz der Waffen. Sie wurden weder von Tiroler Schützen angebracht, noch nachträglich hinzugefügt. Sie sind historische Beschuss- und Abnahmezeichen aus der NS-Zeit, selbstverständlich keine bewusst gesetzten politischen Botschaften“, hält Tirols Schützen-Kommandant Thomas Saurer in einem offenen Brief fest. 

Einstellung des Ermittlungsverfahrens in Österreich
Die Ermittlungen der österreichischen Justiz sind mittlerweile wieder eingestellt. Es hätten sich keine Anhaltspunkte für die Annahme einer mit Wiederbetätigungsvorsatz erfolgten Verwendung zur Begehung mit Strafe bedrohter Handlungen nach dem Verbotsgesetz ergeben, heißt es.

In Deutschland dauern Ermittlungen an
Im Gegensatz zur Einstellung des österreichischen Ermittlungsverfahrens seien die Ermittlungen der deutschen Behörden noch nicht abgeschlossen. „Selbstverständlich werden wir auch dort weiterhin uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten und unseren Beitrag dazu leisten, den Sachverhalt möglichst rasch und vollständig aufzuklären. Unser Ziel bleibt es, auch in diesem Verfahren zeitnah Klarheit zu schaffen und die Rückführung der beschlagnahmten Schützengewehre nach Tirol zu ermöglichen“, so Schützen-Kommandant Thomas Saurer.

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