Den Menschen ist der Bierdurst offenbar vergangen. Im Vorjahr wurde weltweit weniger Bier gebraut, in Österreich brach die Produktion sogar um satte 7,1 Prozent ein. Hopfen gab es allerdings mehr als genug – obwohl weniger angebaut wurde als noch 2024.
Weltweit wurden 2025 insgesamt 189,6 Milliarden Liter Bier gebraut – um 0,7 Prozent oder 1,4 Milliarden Liter weniger als noch im Jahr zuvor. Bei diesen knapp 190 Milliarden Litern ist auch alkoholfreies Bier dazugerechnet, das in manchen Regionen zuletzt beliebter geworden ist.
51 Milliarden Liter Bier davon wurden in Europa gebraut, das sind 1,6 Prozent weniger als 2024, wie die Analyse des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas aus der deutschen Stadt Nürnberg zeigt. In Österreich war das Minus aber noch weit größer: Die österreichischen Brauereien produzierten nur noch 9,3 Millionen Liter Bier. Im Jahr vorher waren es noch knapp 10 Millionen Liter. Auch in Polen und Deutschland fiel das Minus deutlich aus.
China auf Platz eins
Deutschland steht aber mit 7,9 Milliarden Litern immer noch auf Platz sechs der größten Bierproduzenten. Das meiste Bier wird in China gebraut, im vergangenen Jahr waren es rund 35 Milliarden Liter. Dahinter kommen die USA, Brasilien, Mexiko und Russland.
Besonders stark sank die Bierproduktion in Australien und Ozeanien, wo es um 2,4 Prozent nach unten ging. Dort wird mit 1,8 Milliarden Litern aber auch nur ein kleiner Bruchteil des weltweiten Bieres gebraut. Während in den anderen Weltregionen die Produktion sank, wurde in Südamerika und Afrika mehr Bier gebraut.
Zu viel Hopfen
Noch stärker als die Bierproduktion sank die angebaute Hopfenmenge und die Fläche, auf der Hopfen angebaut wird. Den meisten Hopfen baut derzeit Deutschland an, auf Platz zwei sind die USA. Obwohl weniger Hopfen angebaut wurde, war das nach Ansicht der Experten immer noch zu viel: „Die Produktion überstieg auch 2025 den Bedarf“, sagt Heinrich Meier von BarthHaas.
Für 2026 erwartet BarthHaas, dass etwa gleich viel Bier wie im Vorjahr gebraut wird: „Wir rechnen mit einer weitgehend gleichbleibenden, tendenziell etwas niedrigeren Produktion“, sagt Geschäftsführer Thomas Raiser. „Die globale Hopfen- und Bierbranche befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen“, sagt er. Jetzt sei entscheidend, wie anpassungsfähig die Bierbranche sei.


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