Buchautor und Förster

Großarler Original forscht in historischen Quellen

Salzburg
19.07.2026 08:30

Walter Mooslechner aus Großarl ist weit mehr als ein Original: Er ist Autor, war viele Jahre Förster, Museumskustos und einer, der leidenschaftlich gern historische Quellen aufarbeitet.

In seinem Holzhaus in Großarl sind die Bücher fein säuberlich aufgereiht: Dem Arlbach entlang, Spurensuche, Winterholz, Almsommer. 15 Publikationen und zwei aktuelle Gedanken-Büchlein sind es mittlerweile. Und Walter Mooslechner will seine Feder noch lange nicht weglegen. „Ich schreibe noch alles mit der Hand“, erzählt er.

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Im Frühling erstrahlen Bergwiesen in voller Pracht, die Blumenwelt zeigt sich in festlicher Tracht.

aus dem Büchlein „Gedanken Bilder“ von Walter Mooslechner

Jahrzehntelange Waldarbeit hat ihn geprägt. Mooslechner erinnert sich noch gut, als ein Holzknecht aufgeregt von der allerersten Motorsäge erzählte. Er kennt die Geheimnisse des Waldes, Merkmale von besonders wertvollem Holz. Und neben den Almsommer-Monaten auch die harten Winter. „Ich war der erste geprüfte Landesskilehrer in Großarl“, erinnert er sich.

Der berühmte „Großarler Liebesbrief“ aus dem Nachlass von Karl Fiala ist mittlerweile im Besitz ...
Der berühmte „Großarler Liebesbrief“ aus dem Nachlass von Karl Fiala ist mittlerweile im Besitz von Walter Mooslechner.(Bild: Sabine Salzmann)

Wenn der heimatverbundene Autor historische Quellen anzapft, lässt er nicht locker. Allen voran über die Liechtensteinklamm am Taleingang, die gerade ihr 150. Jubiläum feierte. Mooslechner kennt die sagenumwobenen Heilquellen. Eine Bäuerin soll einmal einen Hahn in den Brunnentrog getaucht und so zum Krähen gebracht haben, weil sie einen Pakt ihres gierigen Mannes mit dem Teufel boykottieren wollte.

Vom alten Gemälde bis zum Großarler Liebesbrief
„Da habe ich noch etwas zu erzählen“, wirft Mooslechner immer wieder spannende Geschichten ein. Einmal kam ein Anruf, dass in Wien eine Marktansicht von Großarl aus dem Jahr 1876 versteigert wird. Sein Sohn holte für ihn den Zuschlag. Jetzt hängt es im Vorraum.

In einem seiner Bücher beschäftigt sich Mooslechner mit der Welt des Wassers im Arlbach vom ...
In einem seiner Bücher beschäftigt sich Mooslechner mit der Welt des Wassers im Arlbach vom Ursprung bis zur Liechtensteinklamm(Bild: Mooslechner)

Der Hobby-Autor ist ein genauer Beobachter. Rund 20.000 Fotos schoss er selbst schon. Ein Buch über Großarls Weg vom Bergdorf zum Tourismusort ist gerade im Entstehen. Er tritt für sanfte Wege ein und hat wieder ein spannendes Detail aus der Vergangenheit, das bis in die Schweiz Wellen schlug, parat. Ein Rossknecht gestand im „Großarler Liebesbrief“ einer Sennerin seine Zuneigung – in reiner Zeichensprachen. Heutigen Symbolen am Handy ist das gar nicht unähnlich.

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