Das US-Militär hat in der sechsten Angriffsnacht in Folge mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran bombardiert. Damit sollten Nachschubwege zu einem Marinestützpunkt an der Straße von Hormuz unterbrochen werden. Das iranische Militär hat daraufhin erneut zu Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain und Katar ausgeholt.
Bei den US-Attacken seien mindestens sieben Menschen getötet worden, berichtete Irans regierungstreuer Sender Press TV. Mindestens neun weitere Menschen wurden verletzt. Irans UN-Botschafter sprach von Kriegsverbrechen, da die zivile Infrastruktur getroffen wurde. Die US-Streitkräfte teilten wiederum mit, man habe Dutzende „militärische Ziele“ mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung.
Man wolle die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter schwächen, sagte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs Centcom. Die Angriffe seien nun beendet, hieß es am frühen Freitagmorgen. Im Iran wurden zwei Verbindungen gesperrt, darunter die Straße zwischen der Hafenstadt Bandar Abbas und den Städten Chamir und Lar. In Bandar Abbas ist ein Marinestützpunkt der Revolutionsgarden. Auch ein Flughafen wurde getroffen. Dabei brachen Brände aus, die inzwischen gelöscht werden konnten.
Streit um Straße von Hormuz
Das iranische Militär griff wie schon in den vergangenen Nächten die Golfstaaten an. In Bahrain seien ein Hubschrauber-Standort und ein Aufklärungsflugzeug des US-Militärs ins Visier genommen worden, hieß es. In Kuwait war die Flugabwehr im Einsatz, um Drohnen und Raketen abzuwehren. Dort standen US-Radaranlagen und Raketenabschussrampen in Brand. Auch US-Anlagen in Jordanien sollen laut dem iranischen Sender Press TV Ziel gewesen sein. In Katar wurde ein Kind beim Einsatz der Flugabwehr von herabfallenden Trümmerteilen verletzt, wie das dortige Innenministerium mitteilte.
US-Präsident Donald Trump sprach in seiner Rede an die Nation von „großen Erfolgen“ im Iran. „Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen.“ Am Mittwoch hatte er dem Kriegsgegner bereits Angriffe auf die zivile Infrastruktur angedroht, darunter auf Brücken und Kraftwerke. Die jüngste Eskalation hat mit dem Streit um die wichtige Meerenge Straße von Hormuz zu tun. Die iranische Führung beansprucht die Kontrolle über die Meerenge. Eine freie Durchfahrt ist aber Teil des Abkommens mit den USA.
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