Kicker-Legenden üben nach dem Aus heftige Kritik an England-Teamchef Thomas Tuchel, doch der Deutsche bleibt offenbar bis zur EM 2028.
Knapp zehn Minuten fehlten England auf das erste WM-Finale seit 1966 – und dann das! Mit zwei Gegentoren binnen sieben Minuten erlebten die „Three Lions“ einen der bittersten Abende bei Großereignissen, herrschte Schockstarre. „Je schöner die Reise, desto herzzerreißender das Ende“, fand Jude Bellingham für das verpasste Endspiel blumige Worte. Ebenso konsterniert zeigte sich der Kapitän: „Wir spielen eine Stunde so gut, führen verdient. Ehe wir aus irgendeinem Grund das Momentum verlieren. Das zieht sich nun schon durch die letzten vier, fünf Turniere“, ärgerte sich Harry Kane.

„Absolut unbegreiflich“
Englands Legenden fanden deutliche Worte, rechneten vor allem mit dem Teamchef ab, der beim Stand von 1:0 drei Verteidiger eingewechselt und auf Fünferkette umgestellt hatte. Für den 80-maligen Nationalspieler Gary Lineker ist es „absolut unbegreiflich, dass man ausgerechnet gegen den besten Fußballspieler aller Zeiten die Taktik verfolgt, seine Spieler tief stehenzulassen.“ Auch bei Ex-Stürmer Wayne Rooney saß der Frust tief: „Wenn man Messi und Argentinien erlaubt, dass sie auf einen zustürmen, dann sucht man förmlich nach Ärger. Die Wechsel, die wir vorgenommen haben, haben uns nicht geholfen. Ich bin am Boden zerstört.“
Tuchel selbst rechtfertigte sich so: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass offensive Wechsel helfen würden. Natürlich gibt es danach immer Leute, die es besser wissen. Ich übernehme die Verantwortung.“ Um seinen Job muss der 52-Jährige offenbar nicht fürchten, Verbandsboss Mark Bulingham gab ihm Rückendeckung: „Die Spieler und Thomas haben alles gegeben.“ Tuchel ist überzeugt: „Wir machen weiter bis zur WM.“ Dies scheint auch laut übereinstimmenden Medienberichten fix. Erst im Februar hatte Tuchel seinen Vertrag mit dem englischen Verband FA bis nach der Heim-EM 2028 verlängert.
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