Risiko für Brände

Sorgen vor Umweltkatastrophe auf Altreifen-Deponie

Oberösterreich
16.07.2026 14:25

Eine Reifenverwertungsfirma darf in Ohlsdorf 59.000 Tonnen Altreifen zuschütten und muss sie nicht abtransportieren. Das sorgt für Unmut und löst Bedenken aus. Denn die Genehmigungsbehörde kann ein Risiko von Bränden nicht ausschließen. Schon vor Jahren kämpfte der Ort mit verunreinigtem Trinkwasser.

Viel Staub wirbelte der Bericht der „Krone“ über die Zuschüttung der Altreifendeponie in Ohlsdorf auf. 59.000 Tonnen seit vielen Jahren gelagerter Reifen müssen nicht entsorgt werden, sondern dürfen von der Firma ERG (Energetische Reifenverwertungs GmbH) auf Grundlage des Altlastensanierungsgesetzes des Bundes begraben werden. „Die Leute fragen zu Recht, ob das ernst gemeint ist“, hält Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grünen) seinen Unmut nicht hinterm Berg.

Räumung war vorgeschrieben
Hintergrund: Das Unternehmen beantragte Ende 2024, die bereits 2011 behördlich vorgeschriebene Räumung des Reifenlagers platzen zu lassen und stattdessen die Altlast dauerhaft im Boden zu belassen. „Die Behördenentscheidung mag sich im geltenden Rechtsrahmen bewegen. Das bedeutet aber nicht, dass sie umweltpolitisch richtig ist. Wenn ein Unternehmen eine bereits vorgeschriebene Räumung durch eine bloße Sicherung der Deponie ersetzen lassen kann, dann müssen die bundesgesetzlichen Grundlagen hierfür dringend überarbeitet werden“, fordert Kaineder.

Gemeinde gegen Zuschüttung
Erwähnenswert ist, dass sich die Gemeinde Ohlsdorf im Verfahren ausdrücklich für die vollständige Räumung ausgesprochen hat. Vor Jahren hat eine Baurestmassendeponie unweit des Reifenlagers für eine massive Trinkwasserverunreinigung gesorgt.

Zitat Icon

Die Betreiber haben viele Jahre mit der Übernahme der Altreifen gutes Geld verdient.

Stefan Kaineder, Umweltlandesrat

Besonders kritisch sieht Kaineder, dass die Projektänderung mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten begründet wird. „Wenn fehlende Abnehmer oder sinkende Marktpreise dazu führen, dass aus einer vollständigen Sanierung eine Sicherung wird, ist das bedenklich. Die Betreiber haben viele Jahre mit der Übernahme der Altreifen gutes Geld verdient.“ Auch in der Region wächst der Unmut, insbesondere weil die Behörde ein Restrisiko für Schwelbrände nicht ausschließen kann und umfangreiche Überwachungsmaßnahmen empfiehlt.

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