Die Zahl der Lehrlinge ist in den vergangenen Jahren stark gesunken. Das Marktforschungsinstitut IMAS hat erstmals erfragt, weshalb sich junge Menschen heute noch für die duale Ausbildung entscheiden. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich fordert mehr Berufsorientierung.
Warum entscheiden sich junge Menschen heutzutage für eine Lehre? Drei Gründe stechen bei einer Befragung des Marktforschungsinstituts IMAS im Auftrag der Wirtschaftskammer Oberösterreich hervor: Interesse beziehungsweise Begabung für das Berufsfeld, die Aussicht, schnell eigenes Geld zu verdienen sowie der Wunsch, nicht mehr in die Schule zu gehen.
Die befragten Lehrlinge sind von ihrem eingeschlagenen Ausbildungsweg durchwegs überzeugt: Nur acht Prozent würden anderen jungen Menschen eine Matura im Gymnasium oder einer berufsbildenden Schule empfehlen – fast 90 Prozent raten hingegen zur Lehre.
13.000 weniger Lehrlinge
Trotz der großen Zufriedenheit ist die Zahl der Lehrlinge in den vergangenen Jahrzehnten stark gesunken: Gab es 1981 mehr als 34.000 Lehrlinge in Oberösterreich, waren es im Vorjahr nur noch rund 21.000. Wesentliche Gründe für die rückläufige Entwicklung sind der demografische Wandel und dadurch kleinere Jahrgangsgrößen sowie der Trend, eine weiterführende Schule zu besuchen.
Die Wirtschaftskammer Oberösterreich fordert Investitionen in Bildung, einen Ausbau der Berufsorientierung und „unbürokratische Rahmenbedingungen“ für Ausbildungsbetriebe. „Die Lehre bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor für Fachkräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit und den Wirtschaftsstandort Oberösterreich“, sagt Präsidentin Doris Hummer.
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