Millionen-Projekte

Google & Amazon: Warum US-Riesen nun bei uns bauen

Oberösterreich
11.05.2026 10:00

Google und Amazon siedeln sich erstmals in Oberösterreich an – die Investitionssummen sind groß. Was lockt die amerikanischen Konzerne plötzlich ins Land ob der Enns? Die Standortfaktoren sind unterschiedlich – die „Krone“ fragte nach.

Die Bagger von zwei amerikanischen Internet-Konzernen rollen derzeit nach Oberösterreich: Google errichtet in Kronstorf ein Rechenzentrum, Amazon in Enns ein Verteilzentrum – die „Krone“ berichtete. Was lockt die Internet-Riesen plötzlich nach Oberösterreich?

„Wir haben Standortnachteile, die sich bei den Kosten widerspiegeln. Aber wir haben auch Standortvorteile“, sagt Werner Pamminger, Chef der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria, die Betriebe beim Ansiedeln und Ausbauen unterstützt. Als Plus-Punkte nennt Pamminger die Infrastruktur, politische Stabilität, Rechtssicherheit, Planbarkeit und die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Fachkräften. Dazu kommen noch spezielle Faktoren, die sich bei den beiden Bauprojekten unterscheiden.

Amazon baut in Enns auf 6900 Quadratmetern ein Verteilzentrum.
Amazon baut in Enns auf 6900 Quadratmetern ein Verteilzentrum.(Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMM)

„Internet-Kreuzung“ als wichtiger Faktor für Google
Da wäre zum einen die Serverfarm in Kronstorf. Google schweigt zur Investitionssumme zwar eisern, doch Schätzungen gehen von 800 Millionen bis einer Milliarde Euro an Kosten für das Rechenzentrum im Endausbau aus. „Kronstorf hat eine sehr zentrale Lage für Glasfaserinternet, dort kreuzen sich drei europäische Internet-Leitungen. Dadurch gibt es beim Datenzentrum eine Ausfallsicherung“, sagt Pamminger.

Verkehrsanbindung für Amazon
Für den Online-Versandhändler Amazon hingegen ist beim 70-Millionen-Euro-Bau des Verteilzentrums in Enns – von dort werden die Pakete an die Endkunden ausgeliefert – vor allem die Verkehrsanbindung direkt an der A1 ausschlaggebend. Beide Investitionsentscheidungen beurteilt Pamminger positiv: „In Summe ist das eine große Wertschöpfung, die hier passiert, allein durch die Bauphase.“

Unumstritten sind die beiden Projekte aber nicht: Das Rechenzentrum schluckt Unmengen an Strom, das Verteilzentrum sorgt für viel Lkw-Verkehr. Aus zweiterem Grund entschied sich die Gemeinde Reichersberg im Innviertel kürzlich, wie berichtet, gegen weitere Pläne von Amazon für ein Logistikzentrum.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung