„Pretty Woman – Das Musical“ bringt nun im Linzer Musiktheater den Kultfilm auf die Bühne. In der modernen Version wird das Bühnenmärchen – eine wunderschöne Cinderella-Story – außerdem so erzählt, dass Mann und Frau im Spiel der Herzen gleichberechtigt ihre Verführungskünste walten lassen: Drama, Rührung, Erotik – große Gänsehautmomente!
Aus Gegensätzen wird Anziehung, aus einem Märchen Wirklichkeit – das ist „Pretty Woman – Das Musical“, das im Linzer Musiktheater angelaufen ist.
Die Story – bekannt durch den Film – ist Kult: Der knallharte Geschäftsmann Edward Lewis (Mathias Edenborn) singt schon nach der ersten Begegnung mit der käuflichen Vivian Ward (Shanna Slaap, alternierend Steffi Regner oder Sofie De Schryver): „Sie hat etwas Besonderes!“.
Vivian überwältigt zunächst das fürstliche Lohnangebot des Finanztycoons, als er sie für sechs Tage in sein Hotel einlädt. Sie bleibt dennoch borstig, schlagfertig, selbstbestimmt.
Intime Momente und große Nummern
Doch bald prickeln auch Romantik und Erotik im Hotelzimmer, immer wieder unterbricht das Hotelpersonal. Einzelne kleine Bewegungen, Blicke, kuriose akrobatische Kunststücke bringen Komik herein. Mit mitreißenden Choreografien, jeder Menge Tempo und purer Energie zelebrieren die großen Tanzszenen Broadway-Feeling. Das Liebespaar dagegen zieht alle Joker in puncto Verführung. Ein besonderer Genuss ist Vivians Tango-Tanzstunde mit der gesamten Crew.
Gut verständliche (deutsche) Sprech- und Songtexte
Stimmlich beeindrucken alle Sängerinnen und Sänger, die Hauptrollen stechen noch einmal hervor. Sie alle singen den Text – die Songs sind in deutscher Sprache – gut verständlich. Die sechsköpfige Band hinter der Bühne spielt live.
Nach der Pause explodieren die Musikgenres
Dem kurz angespielten Titelsong „Pretty Woman“ von Roy Orbison folgt später ein Zitat des „Girl from Ipanema“. Als der Milliardär seine mittlerweile elegante Lady in die Oper führt, gibt’s „La Traviata“. Übergangslos wechselt das berühmte Opernduett ins schmachtende „Du bist so schön“ des bereits heillos verliebten Edward. Der beeindruckende Operngesang bestätigt einmal mehr, wie vielseitig Musicalstars agieren können.
Insgesamt führen 18, von Brian Adams komponierte Songs, quer durch die Genres, man serviert Pop, Rock, sanfte Balladen, Latinosound, Soul und Blues. Das Ensemble taucht überall gleich intensiv ein.
Ein raffiniertes Bühnenbild
Auf vielen Ebenen spielt das Bühnenbild die filmartig raschen Szenenwechsel mit. Ein paar geschickte, meist witzige Umbauten, schon wird aus dem Straßenstrich ein elegantes Hotel oder der romantische Strand im Sunset blitzartig zum kalten Konferenzraum. Eine Show, die man vollends genießt, weil sie Augen und Ohren gleichermaßen fasziniert. Man wird gierig, will jede Minute auskosten.
Das obligat riesige Finale beginnt dann noch einmal mit Roy Orbisons „Pretty Woman“ und reißt das laut mitsingende Publikum von den Sitzen. Noch einmal lässt die Live-Band in den großen Ozean dieses unvergesslichen Musicalsounds eintauchen. Großer Jubel!
„Pretty Woman“ hält, was es verspricht: Es ist „das“ Musical-Highlight in diesem Sommer! Es ist im Linzer Musiktheater bis 16. August angesetzt, es gibt Abend- und Nachmittagsvorstellungen.
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