Nach einem Einbruchsdiebstahl in Steyr konnte eine Bande aus Chile in Deutschland festgenommen werden. Die sechs Südamerikaner sollen insgesamt in neun Häuser in fast ganz Österreich eingestiegen sein. Immer öfter kommen Täter aus Übersee, um in hierzulande auf kriminelle „Sightseeingtouren“ zu gehen.
Fast 13.000 Kilometer liegen zwischen der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile und Steyr. Jene Einbrecher, die am 10. April im Traunviertel in ein Wohnhaus eingestiegen waren, hatten also eine lange Anreisezeit. Denn vier Südamerikaner zwischen 24 und 27 Jahren stehen im Verdacht, dort Bargeld und Schmuck im Wert von rund 70.000 Euro erbeutet zu haben.
Verdächtige Beobachtungen
Aufmerksamen Nachbarn war ein deutsches Mietauto aufgefallen, das wenige Stunden nach dem Einbruch im Raum München angehalten werden konnte. Im Fahrzeug saßen die mutmaßlichen Täter, die sich alle mit gefälschten Reisepässen auswiesen.
Mit dem Mietwagen fahren die Täter quer durch Europa. Nicht selten kommen da 5000 Kilometer in ein paar Tagen zusammen.
Christian Schmidseder, Landeskriminalamt OÖ
Wohnung in Deutschland gemietet
Außerdem fanden Beamte den Schlüssel einer Mietwohnung im Raum München. Dort wurden weitere zwei Chilenen angetroffen und nach kurzer Flucht festgenommen. Die Kriminaltouristen – drei Frauen und drei Männer – sollen zwischen Jänner 2025 und April 2026 insgesamt neun Einbruchsdiebstähle in Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und Wien begangen haben. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden alle sechs Beschuldigten festgenommen und nach Österreich ausgeliefert.
Lange Anreise
Dass Südamerikaner nach Österreich zum Einbrechen kommen, sei nicht neu, „vor allem in Wien und Niederösterreich fällt es seit ein paar Jahren auf“, weiß Christian Schmidseder vom Landeskriminalamt OÖ. Die Täter reisen mit dem Flugzeug an und mieten über große Autovermieter ein Fahrzeug für ihre kriminelle „Sightseeingtour“. „Damit fahren sie dann quer durch Europa, da kommen nicht selten in ein paar Tagen 5000 Kilometer zusammen“, so der Ermittler.
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