„Dramatische Lage“

Schweinebauern schlagen wegen Preisverfalls Alarm

Wirtschaft
16.07.2026 15:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die österreichischen Schweinebauern sehen sich eigenen Angaben zufolge mit einer „dramatischen Lage“ konfrontiert. Die Branche warnte am Donnerstag angesichts großen Preisdrucks vor dem Ausfall von Investitionen und einer Gefährdung der Eigenversorgung. 

Hintergrund der schwierigen Marktsituation seien Exportsperren aufgrund von Tierseuchen und eine damit einhergehende Überproduktion in Europa. Für die Betriebe brauche es bessere Rahmenbedingungen.

Allen voran machten sie sich für „die weitere Öffnung von Exportmärkten, den Abschluss von Regionalisierungsabkommen, eine europaweite Angleichung der Produktionsstandards“ sowie „eine Entlastung der Betriebe von weiteren kostenintensiven Vorgaben“ stark.

Schweinebauern für Herkunftskennzeichnung
Auch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie wird gefordert. Zu alldem stehe man im Austausch mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP), der in der Aussendung kundtat, sich auf EU-Ebene „für faire Wettbewerbsbedingungen“ einsetzen zu wollen.

Schon seit vergangenem Jahr leide die Wirtschaftlichkeit der Branche. „Wir sollten eigentlich zumindest kostendeckend produzieren, um Investitionen für die Zukunft tätigen zu können. Davon ist die österreichische Schweineproduktion aber weit entfernt. Aktuell büßen wir mit jedem Schwein bis zu 20 Euro ein. Unsere heimischen Familienbetriebe verlieren somit insgesamt jede Woche 1,6 Millionen Euro“, so der Obmann der Schweinehaltung Österreich, Franz Rauscher.

Hohe Tierwohlstandards als Herausforderung
Als große Herausforderung beklagt werden außerdem unterschiedliche Produktionsbedingungen innerhalb Europas. So habe Österreich seine gesetzlichen Standards im Bereich Tierwohl und Haltung in der jüngeren Vergangenheit deutlich weiterentwickelt. Etwa gilt ab Mitte 2034 in Österreich das Aus für Vollspaltenböden, wenn es auch in manchen Fällen eine Übergangsphase geben wird.

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