Umbau vor Gedenkjahr

Schuberts Geburtshaus soll Schmuckkästchen werden

Wien
15.07.2026 12:15

Vom Sparzwang, dem auch das Wien Museum angesichts knapper Stadtkassen unterworfen ist, gibt es eine große Ausnahme: Das Geburtshaus von Komponist Franz Schubert, eine der vielen Außenstellen des Museums, wird runderneuert – und das unter Zeitdruck: Zum Schubert-Jahr 2028 muss alles fertig sein.

In einer von 15 winzigen Mietwohnungen – ein Zimmer mit Rauchkuch‘l – im ersten Stock des Hauses in der Nußdorfer Straße 54 am Alsergrund kam am 31. Jänner 1797 als dreizehntes von 20 Kindern eines Volksschuldirektors und einer Köchin ein Bub zur Welt – wie der Vater getauft auf den Namen Franz. Franz Schubert. Schon seit über 100 Jahren ist das Geburtshaus des Komponisten eine Pilgerstätte für dessen Verehrer. Zu Schuberts 200. Todestag soll es 2028 als spannendes neues Museum Besucher anziehen.

Doppelt so viel Fläche und mehr als „nur“ Schubert
Schuberts Geburtshaus ist eine der insgesamt vier derzeit „temporär geschlossenen“ Außenstellen des Wien Museums, die sich mit dem musikalischen Erbe der Stadt beschäftigen. Zum Unterschied etwa vom Haydnhaus oder der Wohnung von Johann Strauss liegt das aber nicht an Einsparungen, sondern an jetzt dort beginnenden Bauarbeiten: Das schon in die Jahre gekommene kleine Museum zu Ehren des Komponisten soll in anderthalb Jahren nicht wiederzuerkennen sein.

Der bisher eher stiefmütterlich behandelte Garten soll künftig eine Mini-Grünoase für alle am ...
Der bisher eher stiefmütterlich behandelte Garten soll künftig eine Mini-Grünoase für alle am Alsergrund sein.(Bild: Janusch - the visual collective)
Ins Museum im Obergeschoß, wo sich die Wohnung der Schuberts befand, führen künftig auch ...
Ins Museum im Obergeschoß, wo sich die Wohnung der Schuberts befand, führen künftig auch rollstuhlgerechte Aufzüge.(Bild: Janusch - the visual collective)
Das Erdgeschoß beherbergt künftig moderne Museums-Infrastruktur und Räumlichkeiten, um Musik zu ...
Das Erdgeschoß beherbergt künftig moderne Museums-Infrastruktur und Räumlichkeiten, um Musik zu erleben.(Bild: Architekt Neumayer ZT GmbH)
Im barrierefrei erreichbaren Obergeschoß findet sich das Museum. Der Garten soll frei zugänglich ...
Im barrierefrei erreichbaren Obergeschoß findet sich das Museum. Der Garten soll frei zugänglich sein.(Bild: Architekt Neumayer ZT GmbH)

Die Ausstellungsfläche im Museum im Obergeschoß wird sich auf 210 Quadratmeter verdoppeln. Das lässt auch Raum, mehr als das Leben und Wirken von Schubert zu erzählen, nämlich auch vom prekären Leben in den Vorstädten im ganz und gar nicht beschaulichen Biedermeier. Das Erdgeschoß, das einst die Schule von Schuberts Vater beherbergte, soll dann moderne Empfangsbereiche und Sanitäranlagen sowie einen Konzertsaal und ein Musikatelier beherbergen.

Einen Schritt näher an Original-Optik heran
Das Aussehen des Hauses wird sich ziemlich verändern. Die klassische „Pawlatschen“ im ersten Stock wird etwa künftig von zarten Metallgeländern gesäumt. Denkmalschützerisch ist das kein Problem: Die jetzigen pseudo-tirolerischen Holzeinfassungen stammen aus einem Umbau aus den 1960er Jahren, der eher mit damaligen Biedermeier-Wunschvorstellungen als der historischen Realität zu tun hatte. Auch die Farbgebung wird künftig viel dezenter ausfallen und so ebenfalls näher an die Original-Optik rücken.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler freut sich auf das runderneuerte – mit seinem ebenfalls neu gestalteten und zu Öffnungszeiten frei zugänglichem Garten – als „offenes Haus für alle“, das „Wiens Musikgeschichte neu erlebbar“ machen wird. Der Standort am Alsergrund biete zudem den Vorteil, „Kultur dorthin zu holen, wo Menschen leben“.

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