Überflutete Autobahnen, mehrere lahmgelegte Tunnel wegen Stromausfall, umgestürzte Bäume und eine ganze Serie von Waldbränden nach Blitzschlägen: Heftige Unwetter haben am Dienstag in mehreren Bundesländern dramatische Spuren hinterlassen. Doch schon am Mittwochnachmittag drohen erneut Hagel, Sturmböen und sintflutartiger Regen.
Besonders heftig traf es den Raum Wiener Neustadt in Niederösterreich. Sintflutartige Regenfälle und Hagel setzten zahlreiche Straßen unter Wasser. Bei Leobersdorf wurde auch die Südautobahn überflutet – Autofahrer berichteten von regelrechter „Weltuntergangsstimmung“.
Murenabgang und Stromausfall
Auf der Hohen Wand ging eine Mure ab, in Felixdorf fiel zeitweise der Strom aus. Rund 15 Feuerwehren waren an etwa 25 Einsatzstellen gefordert. Keller mussten ausgepumpt, umgestürzte Bäume beseitigt und Straßen freigemacht werden.
Fünf Tunnel in Salzburg gesperrt
Auch in Salzburg sorgte das Unwetter für Verkehrschaos. Ein Stromausfall legte die gesamte Tunnelkette Werfen auf der Tauernautobahn lahm. Fünf Tunnel mussten gesperrt werden, kilometerlange Staus waren die Folge.
Nach etwa einer halben Stunde konnten die Anlagen wieder hochgefahren werden. In Hallein stürzten zudem mehrere Bäume um. Die Stadt warnte vor herabfallenden Ästen.
Waldbrandserie nach Blitzschlägen
In Tirol lösten Blitze gleich mehrere Waldbrände aus. Besonders dramatisch war die Lage in Wildermieming: Rund 150 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen, zu Spitzenzeiten waren bis zu acht Hubschrauber in der Luft.
Die Löscharbeiten wurden am Mittwoch fortgesetzt. Nächtlicher Regen brachte zwar Entspannung, vollständige Entwarnung gab es zunächst aber nicht. Auch in Breitenbach am Inn und in Osttirol mussten die Einsatzkräfte zu Waldbränden ausrücken.
In Oberlienz unterstützten sogar Landwirte die Feuerwehr. Sie brachten mit Güllefässern Löschwasser zu einem schwer zugänglichen Brandort auf rund 1900 Metern Seehöhe.
In Kärnten überraschte das Unwetter eine deutsche Familie beim Abstieg von der Naggler Alm. Weil alle vier nur Sandalen trugen, saßen sie auf einem aufgeweichten und steilen Wanderweg fest. Alpinpolizei und Bergrettung brachten die völlig durchnässten, aber unverletzten Wanderer sicher ins Tal.
Wetterberuhigung nicht in Sicht
Doch wie sieht es am Mittwoch aus? Eine Wetterberuhigung ist vorerst nicht in Sicht. Bereits am Mittwochvormittag zeigt die Unwetterkarte der UWZ (österreichische Unwetterzentrale) eine gelbe Vorwarnung vor Gewittern und Hagel.
Im Westen zogen schon am Morgen erste Schauer und Gewitter durch. Ab Mittag steigt die Gewittergefahr im Bergland deutlich an, am Nachmittag sind auch im Süden kräftige Gewitter möglich.
Lokal drohen große Regenmengen in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen. Gleichzeitig bleibt es bei 25 bis 33 Grad drückend schwül. Straßen und Unterführungen könnten erneut überflutet werden.
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