Supersauber soll offenbar die Weste des Kronzeugen der Staatsanwaltschaft in den Ermittlungen gegen Ex-Kanzler Sebastian Kurz bleiben. Während die eine Anzeige gegen „Mr. Chatman“ Thomas Schmid wie eine heiße Kartoffel hin- und hergeschoben wird, steht eine zweite Sachverhaltsdarstellung offenbar in Eiltempo vor der Einstellung.
Die Mühlen der Justiz mahlen in diesem Fall nicht langsam: Während in der Umfrage-Affäre gegen Ex-Kanzler Sebastian Kurz und politische Weggefährten seit bald fünf Jahren ermittelt wird, geht es beim Kronzeugen der Anklage, Thomas Schmid, offenbar ganz schnell.
Nach einer anonymen Anzeige wegen Verdacht des Amtsmissbrauchs bei der Postenvergabe in einem anderen Finanzamt als Nachwehen des Wöginger-Prozesses hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft schon rund drei Wochen später im Eiltempo einen Vorhabensbericht an die Oberstaatsanwaltschaft Wien geschickt.
Keine Zeugeneinvernahmen, keine Tonband-Anforderungen
Was die WKStA auch auf „Krone“-Anfrage bestätigt. Offenbar stehen die Ermittlungen vor der Einstellung. Obwohl es bisher keine einzige Einvernahme von Zeugen oder die Anforderung von Protokollen, Gerichtsakten bzw. Tonbandaufnahmen vor Gericht ab.
Die Causa soll also, wie es der verstorbene Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek einst bei einem Teilaspekt der Eurofighter-Affäre fordert, rasch „daschlogn“ werden. Wörtlich heißt es von den Korruptionsjägern nur: „Zum Inhalt kann vor finaler Entscheidung keine Auskunft erteilt werden.“
Indes wird eine zweite Sachverhaltsdarstellung gegen Schmid wegen Falschaussage vor Gericht wie eine heiße Kartoffel innerhalb der Justiz hin und her gereicht. Die weiße Weste des Kronzeugen soll also sauber bleiben ...
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