Sex-Tod rekonstruiert

Ehemann saß daneben, während seine Frau verblutete

Oberösterreich
14.07.2026 17:00

Was hat der Ehemann seiner Gattin angetan, dass sie beim Brutalo-Sex verbluten musste? Diese Frage muss jetzt die Gerichtsmedizin klären, da zum Hergang des mutmaßlichen Missbrauchs noch viele Fragen offen sind. Der 50-Jährige bleibt vorerst bei seiner Geschichte, hat aber auch unterlassen, die Rettung für seine sterbende Frau zu rufen.

Ermittler und Justiz sind von der Brutalität, die in diesem Fall offensichtlich ist, erschüttert. Fix dürfte aber sein, dass keine scharfen oder spitzen Gegenstände beim Brutalo-„Sexspiel“ verwendet wurden. Der vorläufige Obduktionsbericht spricht von mehrfacher stumpfer Gewalt gegen Bauch und Genitalbereich. „Ein Frauenkörper hält viel aus, man kann sich kaum vorstellen, was passiert sein muss, dass solche Verletzungen entstanden sind“, sind selbst langjährige Ermittler und Strafverfolger entsetzt.

Mann rief nicht die Rettung
Zuerst war völlig unklar gewesen, was am 26. Juni im Reihenhaus am Rande von Marchtrenk passiert war. Eine Angehörige hatte die stark blutende 40-Jährige entdeckt, ihr um zehn Jahre älterer Ehemann war auch in der Wohnung, hatte aber selbst nicht die Rettung gerufen. Obwohl er, wie er später einräumte, dabei war, als der „Unfall“ passiert war.

Rasch verblutet
Die Verletzungen – äußere und innere – waren so schwer, dass die herbeigeholte Rettung nichts mehr für die 40-Jährige tun konnte. Sie verblutete noch in seiner Wohnung. Ob und welche Gegenstände beim „Sex-Spiel“ zum Einsatz kamen, ist ungeklärt – auch hier muss die Gerichtsmedizin die Tat rekonstruieren. Der Tod trat nach dem Eröffnen eines großen Blutgefäßes rasch ein, sie verblutete binnen Minuten. Daher war eine Rettung auch nicht mehr möglich gewesen.

Auswertung des Blutes fehlt noch
Die Obduktion war auch ausschlaggebend gewesen, dass der bisher unbescholtene 50-Jährige am 2. Juli im Auftrag der Staatsanwaltschaft verhaftet wurde. Es besteht der Tatverdacht des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person, da die 40-Jährige schwerst betrunken und dadurch wehrlos gewesen sein soll. Die Auswertung des Blutalkoholgehaltes ist noch ausständig. Auch der 50-Jährige gibt an, bei der Tat betrunken gewesen zu sein, er spricht von einem Unfall, doch seine Version des Hergangs passt nicht zum Verletzungsmuster seiner Frau.

Holen Sie sich Hilfe!

Die Polizei ist Ansprechpartner für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder selbst Opfer von Gewalt sind. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar.

Weitere Ansprechpartner:

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u.a. hier Hilfe und Informationen:

Am Mittwoch wird er wieder dem Haftrichter vorgeführt. Bisher gab der Beschuldigte keine weiteren Stellungnahmen ab. Im Falle einer Verurteilung droht dem Marchtrenker eine Haftstrafe wie beim Mord. Aber ihm muss keine Tötungsabsicht nachgewiesen werden. Es reicht bei sexuellem Missbrauch mit Todesfolge eine Fahrlässigkeit für die Strafdrohung 10 bis 20 Jahre Haft oder Lebenslang aus.

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