Mit dem Baustart der neuen Werkstätten für künftige E-Loks der Graz-Köflacher Bahn (GKB) ist der nächste Meilenstein für die Elektrifizierung der weststeirischen Bahnstrecken eingeleitet. Das sind die Pläne bis 2031.
Als vor einigen Jahren erste Pläne zur Elektrifizierung des Streckennetzes der Graz-Köflacher Bahn (GKB) an die Öffentlichkeit drangen, hieß es, dass die Dieselloks bis zum Jahr 2025 ausgedient haben sollen. Dann wurde die Fertigstellung doch für 2028 angekündigt – und zuletzt auf 2033 verschoben. Seit Dienstag gibt es ein neues (endgültiges?) Ziel: „Ab 2031 werden auf allen GKB-Linien elektrische Züge fahren“, verkündete SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke an der Seite von GKB-Chef Gerald Klug in Graz.
Werkstatt mit Kapazität für Fremdaufträge
Anlass für den Besuch des Bundesministers und einer ganzen Entourage aus Politik und Wirtschaft war der offizielle Baustart für neue E-Werkstätten und Instandhaltungsanlagen am GKB-Gelände in Graz. Rund 65 Millionen Euro fließen in das Großprojekt, für das bereits erste Schritte gesetzt wurden. In den Werkstätten – geplante Vollinbetriebnahme: Herbst 2029 – sollen künftig die 28 neuen E-Triebfahrzeuge instand gehalten werden. „Wir bauen die neuen Anlagen so, dass wir zuerst den Eigenbedarf decken und darüber hinaus noch Kapazitäten haben, um mit Fremdaufträgen für hohe Auslastung zu sorgen“, erklärte GKB-Geschäftsführer Klug.
Neue E-Loks: „Sind noch im Beschaffungsprozess“
Aktuell ist man mitten im Beschaffungsprozess, die erste Tranche der E-Triebwagen soll Anfang 2029, die zweite dann 2031 geliefert werden, heißt es von der GKB. Seit August 2025 verkehren ja auf dem bereits elektrisierten Abschnitt der S 6 zwischen Graz und Wies-Eibiswald geleaste Fahrzeuge der Deutschen Bahn – nicht ganz frei von Kritik durch die Fahrgäste, denn die Loks und Waggons sind teils sichtlich in die Jahre gekommen. Hier sollen zumindest ab kommendem Herbst sukzessive rundum überholte und aufgemöbelte Garnituren zum Einsatz kommen. Die anfänglich beklagte Häufung an Verspätungen und Zugausfällen im Rahmen der Umstellung habe sich ebenfalls deutlich gebessert.
Während nun am Standort Graz die neuen Werkstätten errichtet werden, schreitet auch die noch ausstehende Elektrifizierung des rund 91 Kilometer langen Streckennetzes im Großraum Graz und in der Weststeiermark voran. „Die Elektrifizierungsarbeiten zwischen Lieboch und Köflach sind weit fortgeschritten. Mehrere Eisenbahnkreuzungen wurden bereits modernisiert und wichtige Vorarbeiten abgeschlossen“, heißt es von den ÖBB, die ja 2024 die Schieneninfrastruktur der GKB übernommen haben.
Man darf gespannt sein, ob wirklich ab Ende 2031 auf allen GKB-Linien elektrische Züge verkehren und das Unternehmen dann „perfekt aufgestellt ist“, wie Gerald Klug in Aussicht stellt.
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