Jener Wolf, der am Gumpeneck im Sölktal in jüngster Zeit mehrere Schafe gerissen haben soll, wurde am Sonntag erlegt. Das bestätigt die Landesjägerschaft. Die Abschussfreigabe ist umstritten.
Das Land hatte ja erst am 3. Juli den Wolf zum Abschuss freigegeben, ein Novum für das Bundesland. Das Tier soll in der Gemeinde Sölk (Bezirk Liezen) zuletzt mehrere Schafe gerissen haben. Wirbel gab es zuletzt um die Zahlen, ob es sich um zwei oder über ein Dutzend Risse handelte – wir berichteten. Bis zum 28. Juli um 0 Uhr hätte der Wolf in einem Radius von zehn Kilometern rund um den letzten Vorfall abgeschossen werden dürfen, die Jäger in den betroffenen Revieren wurden informiert.
Erledigter Wolf wird nach Wien geschickt
Am Sonntag, 12. Juli, war es soweit. Der Wolf wurde „in den frühen Morgenstunden gemäß behördlicher Verordnung erledigt“, betätigt die steirische Landesjägerschaft der „Krone“. DNA-Proben werden jetzt zur weiteren Begutachtung an die Universität für Bodenkultur nach Wien geschickt. So soll der Gesundheitszustand (Mageninhalt, mögliche Krankheiten etc.) des Wolfs überprüft werden, das gehöre zum sogenannten Wolf-Monitoring.
Laut Landesjäger geht es um „Ausgleich“
„Wir hoffen, dass die Almbauern vor Ort jetzt wieder Mut fassen“, sagt Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau zur „Krone“. Teilweise wurde Almvieh ja abgetrieben, weil Bauern Angst um ihre Tiere hatten. Der Wolf selbst sei „ein faszinierendes Wildtier“, meint der Landesjägermeister. „Aber wir müssen einen Ausgleich schaffen zwischen Nutztierhaltung und intakten Wildräumen. Die Almwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, so Mayr-Melnhof.
Kritik zur Abschussfreigabe des Landes Steiermark, die eine solche zum ersten Mal seit Jahrzehnten genehmigte, kam zuletzt von Naturschützern. Schmiedtbauer reagiert in einer ersten Stellungnahme am Sonntag zum Wolfsabschuss: „Wir wollen kein Tier ausrotten, aber wir wollen wirksamen Schutz für unsere Alm- und Weidewirtschaft.“
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