Einen wahrlich spektakulären und langen Einsatz hatten am Samstag die Berg- und Canyoningretter im sogenannten Gnaupenloch im Tiroler Karwendelgebirge zu verzeichnen. Eine Frau verletzte sich am Bein und konnte nicht mehr ohne Hilfe laufen. Die Bergung stellte sich als aufwendiges Unterfangen dar.
Ein Pärchen ging gegen 17 Uhr in das sogenannte Gnaupenloch im Tiroler Karwendelgebirge. Dabei handelt es sich um eine spektakuläre Klamm, die eng und mit steilen Wänden versehen ist.
Dort verletzte sich die Frau am Bein und konnte nicht mehr selbst gehen. Ihr Begleiter hatte, wie es in diesem Gebiet zumeist üblich ist, keinen Empfang. Er entschied sich, aus der Klamm auszusteigen und Hilfe zu holen.
Gesagt, getan: Die Bergrettung Innsbruck rückte gemeinsam mit zwei Ortsstellen und der „Canyoninggruppe Mitte“, eine auf Canyoning spezialisierte Einheit, an, um die Frau zu retten.
Dies stellte sich jedoch als nicht ganz einfach heraus, wie Ortsstellenleiter Bruno Berloffa erklärt: „Eine Taubergung ist in diesem Bereich fast nirgends möglich. Weil die Patientin Schmerzen hatte, haben wir versucht, so schnell es geht, zu ihr zu bekommen.“
Die konnten schließlich zu ihr gelangen. Die Kommunikation war jedoch aufgrund der Schlucht äußerst schwierig. Einer der Retter konnte per Funk alle halben Stunden ein Update vom Zustand der Frau geben. Wenig später dann eine gute Nachricht, so Berloffa: „Wir konnten schließlich eine Stelle ausfindig machen, wo eine Taubergung mit dem Hubschrauber möglich war.“
Bereits im Hintergrund arbeitete man an Plan B. Dieser war eine komplizierte Bergung mit der Trage durch die Schlucht, die vor allem am Ende viel Wasser bedeutete. „Das wäre aber schwierig gewesen“, so Berloffa.
Um die Bergung mit dem Heli zu erleichtern, schickte man einen Retter mit knallgelber Jacke an die besagte Stelle, damit Retter und Heli wussten, wo man sich trifft. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit konnte die Frau schließlich geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden. „Die Retter mussten dann noch selbst durch die Schlucht gehen, wir sind ihnen dann mit Essen entgegengekommen und konnten ihnen ihr Material abnehmen. Kurz nach Mitternacht war der Einsatz beendet“, schildert Berloffa.
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