Gründer zu NEOS-Ende

Dengler: „Hätten mich wieder nicht reden lassen“

Innenpolitik
12.07.2026 05:00

Erst ein Lauschangriff, dann der Rauswurf: Nun rechnet der pinke Mitgründer Veit Dengler mit den NEOS – und Parteichefin Beate Meinl-Reisinger – ab.

Der Tag danach brachte Katerstimmung. „Wehmut ist da, die NEOS sind ja mein Baby“, sagt Veit Dengler, „aber ich bin auch erleichtert.“

Am Freitag war der Mitbegründer aus seiner Partei geschmissen worden. Erst hatte er im Nationalrat eine unbotmäßige Rede über Parteienfinanzierung gehalten, die Krisensitzung danach zeichnete er mit der Voicememo-Funktion seines iPhone auf – ein Eklat. Der Beschluss im Präsidium fiel fast einstimmig aus, nur der Rausgeworfene selbst stimmte gegen seinen Rauswurf.

Es war eine Entwicklung, die sich abgezeichnet hatte. „Die NEOS haben mit einer liberalen Partei nichts mehr zu tun“, sagt Dengler zur „Krone“. Es sei ein „autoritäres Gehabe eingezogen. Von Mitgliedern wird die Parteispitze als abgehobene Wiener Bubble wahrgenommen.“

Im Vorjahr habe er begonnen, Daten über die Parteienfinanzierung in Österreich zu sammeln, 340 Millionen Euro Steuergeld werde dafür aufgewendet. Diese „empörende Selbstbedienungs-Mentalität“ wollte Dengler anprangern, aber seine Partei ließ ihn im Regen stehen. Sie gestand ihrem eigenen Mandatar keine Redezeit im Nationalrat zu – also nahm er sein Schicksal selbst in die Hand und prangerte das System in der Budgetdebatte an. Der Partei sagte er vorab nichts, „sie hätten mich wieder nicht reden lassen“.

„Talentiert, aber ohne Führungserfahrung“ sei die Spitze der NEOS, ein „folgsamer“ Klüngel um Parteichefin Beate Meinl-Reisinger gebe den Ton an. „Als ich mir bei den Koalitionsverhandlungen Notizen gemacht habe, hat sie mich angezischt: ,Warum schreibst du alles so genau auf‘“, erzählt Dengler.

Er bleibt im Nationalrat, wird unabhängiger Mandatar. „Nicht wilder Abgeordneter, dafür bin ich mit 57 zu alt.“ 

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