Fürs Petzen bestraft

Wenn der beste Freund zum größten Feind wird

Vorarlberg
09.07.2026 06:00
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Ein 36-jähriger Ungar rächte sich an seinem einst besten Kumpel, nachdem dieser einige intime Details ausgeplaudert hatte. Im Prozess am Landesgericht Feldkirch bekam er dafür die Quittung präsentiert. 

Vor Gericht verantworten musste sich der Ungar wegen gefährlicher Drohung. Der Auslöser: seine eigenen Affären, die er ausgerechnet seinem besten Freund anvertraut hatte – samt der nicht sehr intelligenten Lüge, seine Freundin wisse ohnehin Bescheid. Dem war nämlich ganz und gar nicht so. Als das spätere Opfer die Frau zufällig traf und sie auf die Seitensprünge ansprach, fiel die junge Dame aus allen Wolken: Sie wusste von nichts.

Sofort rief sie ihren Freund in Ungarn an und stellte ihn zur Rede. Nach diesem – wenngleich unabsichtlichen – Vertrauensbruch war es um die Freundschaft der beiden Männer geschehen. Und mehr noch: Denn kurz darauf schlug der Ungar ein erstes Mal zurück – nicht mit Fäusten, sondern mit dem Handy: „Du sollst dich selbst aufhängen“, „Die Polizei wird dir nicht mehr helfen können“, drohte er via Textnachrichten seinem einstigen Vertrauten.

Zitat Icon

Sie beide haben offenbar die Geschichte miteinander abgesprochen – und sich dabei selbst widersprochen.

Richterin Verena Wackerle zum Angeklagten und zur Zeugin

Ein Meister der Doppelmoral
Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte als Meister der Doppelmoral. Die Nachrichten stritt er zwar gar nicht erst ab – „Ich habe zu schnell reagiert“ -, schob aber gleich nach: „Ich wollte ihm nur Angst machen. Ich habe ihm nicht mit dem Umbringen gedroht.“ Gleichzeitig zog er über das Opfer her, nannte seinen ehemaligen Kumpel einen „Lügner mit Schulden“ und behauptete, dass ihn ohnehin alle loswerden wollten. Zusammengefasst: Das eigentliche Opfer sei er.

Eine Absprache mit Widersprüchen
Auch beim Schildern der Fakten in Bezug auf einen anderen Vorfall passte wenig zusammen. Der Angeklagte sprach von einem einmaligen Klopfen an der Tür seines Kontrahenten. Dieser hat aber eine ganz andere Erinnerung: „Das ganze Haus hat das gehört. Ich hatte Angst vor ihm und habe deshalb die Tür nicht geöffnet.“ Selbst nach der Anzeige habe er weitere Drohungen erhalten. Kurios: Auch die Betrogene, als Zeugin geladen, bestätigte brav die Version des Angeklagtes – verriet dabei aber, während des Vorfalls im Auto gesessen zu haben.

Wie sie dennoch die Szene an der Tür so genau beschreiben konnte, warf für Richterin Verena Wackerle einige Fragen auf. Deren Schlussfolgerung: „Sie beide haben offenbar die Geschichte miteinander abgesprochen – und sich dabei selbst widersprochen.“ Das bereits rechtskräftige Urteil: fünf Monate Haft auf Bewährung und 480 Euro Geldstrafe.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

2° / 8°
Symbol wolkig
0° / 8°
Symbol wolkenlos
1° / 7°
Symbol wolkig
-1° / 8°
Symbol wolkig

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung