Am Montagabend haben sich Anrainer und Vertreter der Stadt Feldkirch über die Pläne für eine Deponie auf den Riedflächen zwischen Tisis und Tosters ausgetauscht. Die Sorgen sind groß, die Chancen, das Projekt zu verhindern, klein.
Die sich zwischen den Stadtteilen Tisis und Tosters erstreckende Riedlandschaft ist einer der grünsten Flecken in Feldkirch und als Erholungsoase überaus beliebt. Dass nun ausgerechnet dort ein Deponievorhaben umgesetzt werden soll, hat wenig überraschend für Kritik gesorgt – speziell bei den betroffenen Anrainern. Am Montag hat sich eine Gruppe von sechs Anwohnern mit Bürgermeister Manfred Rädler, Vizebürgermeisterin Andrea Kerbleder, dem Tostner Ortsvorsteher Daniel Peter, Stadtrat Bernhard Kiener sowie mehreren Vertretern der Verwaltung zu einem gemeinsamen Austausch getroffen. Dabei hatten die Anrainer die Gelegenheit, ihre Bedenken vorzutragen.
Zentrale Sorge betrifft Mehrverkehr
Eine zentrale Sorge betrifft den Mehrverkehr und die damit einhergehenden Sicherheitsrisiken, insbesondere für Kinder auf ihrem Schulweg. Hierzu wurde angeregt, die Betriebszeiten der Deponie in den Morgenstunden so zu gestalten, dass keine Gefährdung für Schulkinder durch den Lkw-Verkehr entsteht. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Herkunft des Aushubmaterials. Die Anwohner sprechen sich dafür aus, dass das Deponiegut nach Möglichkeit ausschließlich von Baustellen aus dem Stadtgebiet stammen sollte, um zusätzlichen überregionalen Verkehr zu vermeiden – ein Vorschlag, den die Betreiber kaum beklatschen werden.
Ball liegt bei der Bezirkshauptmannschaft
Die Stadtverwaltung wird die vorgebrachten Themen nun aufarbeiten und fachlich abklären lassen. In einem nächsten Schritt werden weitere Gespräche mit dem Projektbetreiber gesucht, um mögliche Optimierungen im Sinne der Anwohner und des Naturschutzes im Ried zu erwirken. Allerdings sind die Kompetenzen der Stadt begrenzt: „Die Einflussnahme der Stadt zur Verhinderung der Deponie trotz Beschwerde an die Bezirkshauptmannschaft ist relativ gering, da die BH die Bewilligungsbehörde ist“, stellt Bürgermeister Rädler klar.
Stadt gegen BH
Vor einem Jahr hat er noch viel forschere Töne gespuckt: So warb er vor der Gemeindewahl damit, dass er die Aushubdeponie verhindern werde. Kurz nach seinem Wahlsieg teilte er dann der Öffentlichkeit mit, dass das Projekt eingestampft worden sei. Da hatte er allerdings die Rechnung ohne die Bezirkshauptmannschaft gemacht: Diese gab nämlich einen positiven Bescheid für das Vorhaben ab. Die Stadt hat vor einigen Wochen angekündigt, den Bescheid beim Landesverwaltungsgericht anfechten zu wollen.
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