Spitalsbetreiber zahlt

Weniger verdient als Männer: Ärztinnen entschädigt

Vorarlberg
08.07.2026 17:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG) hat die Gehaltsstreitigkeiten mit mehreren Ärztinnen beigelegt. Diese hatten weniger verdient als ihre männlichen Kollegen. Nun wurden die Medizinerinnen entschädigt. Zudem ist das interne Karrieresystem angepasst worden, um solche Fälle künftig zu vermeiden.

Von der Diskriminierung betroffen waren insgesamt sieben Medizinerinnen in verschiedenen Abteilungen der Landesspitäler. Sie erhielten weniger Gehalt als männliche Kollegen, da ihnen eine eigentlich fällige Hochstufung in eine höhere Gehaltsklasse verwehrt worden ist. Nachdem der Fall in einem langwierigen Prozess aufgearbeitet wurde, bekamen die Ärztinnen nicht nur eine Entschuldigung ausgesprochen, die fehlenden Gehaltsanteile werden ihnen auch vollständig nachgezahlt oder durch finanzielle Ausgleiche kompensiert.

Prüfung der Fälle läuft seit 2024
Die Aufarbeitung begann bereits 2024, als Vorarlbergs Landesvolksanwalt Klaus Feurstein die Prüfung von zwei Fällen einleitete. Wegen der Komplexität dauerte die Untersuchung rund zwei Jahre. Daraufhin prüfte die KHBG auch intern auf weitere Fälle und identifizierte so weitere fünf Ärztinnen, welche ebenfalls weniger verdient haben, als ihnen zugestanden wäre. 

Neues Karrieremodell sichert Fairness
Um ungleiche Bezahlungen künftig zu verhindern, hat die KHBG ihr internes Karrieremodell angepasst. Laut Landesvolksanwalt Feurstein werden Ärztinnen und Ärzte nun nach einer bestimmten Zeit im Unternehmen automatisch höher gestuft. Bisher war dafür eine Bewertung durch die jeweiligen Vorgesetzten nötig – dieses Erfordernis entfällt künftig.

Anlaufstellen für Mitarbeiter
Seit 2021 gibt es bei der KHBG in Bregenz eine zentrale Gleichbehandlungsstelle. Dieses Angebot wurde nun erweitert: Jeder Spitalsstandort hat inzwischen eine eigene Gleichstellungsbeauftragte. Die KHBG sichert zu, dass alle Anliegen streng vertraulich und auf Wunsch auch anonym behandelt werden.

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