Erstes Halbjahr 2026

Gegen Bundestrend: Mehr Pleiten in der Steiermark

Steiermark
08.07.2026 09:00

Die Insolvenzbilanz für das erste Halbjahr liegt vor: Während es österreichweit weniger Firmenpleiten gab, stieg die Zahl in der Steiermark – betroffen waren auch einige große Unternehmen. Die Kreditschützer vom AKV rechnen bis Jahresende mit mehr als 800 Insolvenzen! 

Die Steiermark entwickelt sich gegen den Trend: Während österreichweit die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen – nach drei Rekordjahren – im ersten Halbjahr um 7,7 Prozent abnahm, verzeichnete die Steiermark laut AKV ein sattes Plus von 12,8 Prozent auf 291 Verfahren. Darunter waren einige Großinsolvenzen wie Wollsdorf Leder, ADA Möbel, Domaines Kilger, LL-resources und Meon. Dadurch haben sich die Gesamtpassiva auf fast 600 Millionen Euro verdreifacht, die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze stieg um beachtliche 70 Prozent auf 1547. 

Allerdings: Während österreichweit die Zahl der Insolvenzen, bei denen mangels Vermögen nicht einmal mehr ein Verfahren eröffnet werden konnte, zulegte, gab es in der Steiermark diesbezüglich ein Minus von 20 Prozent. Auch hier fügt sich die grüne Mark also nicht dem Bundestrend. In Summe (eröffnete Verfahren plus Abweisungen) gab es in der Steiermark daher „nur“ ein Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. 

Die größten Insolvenzen

Nach Dienstnehmern:

  1. Wollsdorf Leder Schmidt & Co GmbH: 361
  2. ADA Möbelwerk Holding AG: 96
  3. Meon Medical Solutions: 86
  4. ADA Möbelfabrik GmbH: 76
  5. Fürgast Betriebsgastronomie: 47

 

Nach Passiva

  1. LL-resources GmbH. 130,75 Mio. Euro
  2. Domaines Kilger GmbH & Co KG: 83,47 Mio. Euro
  3. Wollsdorf International GmbH: 32 Mio. Euro.
  4. Wollsdorf Leder Schmidt & Co GmbH: 31,3 Mio. Euro
  5. ADA Möbelwerke Holding AG: 16,62 Mio. Euro.

Keine kurzfristige Trendumkehr erwartet
Die am stärksten betroffene Branche war der Handel mit 62 Insolvenzen, gefolgt von der weiterhin kriselnden Bauwirtschaft (60 Insolvenzen) sowie Gastronomie/Beherbergung mit 46 Fällen. Auch wenn die aktuelle Wirtschaftslage Prognosen schwierig macht, rechnet der AKV mit keiner kurzfristigen Trendumkehr. In der Steiermark geht er von mehr als 800 Firmeninsolvenzen bis Jahresende aus (darunter über 600 eröffnete Verfahren).

Ein steirisches Plus gab es auch bei den Privatinsolvenzen, sie stiegen um zehn Prozent auf 520. Zu zwei Drittel sind Männer betroffen, die durchschnittlichen Schulden lagen bei 155.700 Euro. Bis zum Jahresende rechnet der AKV mit über 900 Pleiten von Privatpersonen. 

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