Die Insolvenzbilanz für das erste Halbjahr liegt vor: Während es österreichweit weniger Firmenpleiten gab, stieg die Zahl in der Steiermark – betroffen waren auch einige große Unternehmen. Die Kreditschützer vom AKV rechnen bis Jahresende mit mehr als 800 Insolvenzen!
Die Steiermark schwimmt gegen den Trend: Während österreichweit die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen – nach drei Rekordjahren – im ersten Halbjahr um 7,7 Prozent abnahm, verzeichnete die Steiermark laut AKV ein sattes Plus von 12,8 Prozent auf 291 Verfahren. Darunter waren einige Großinsolvenzen wie Wollsdorf Leder, ADA Möbel, Domaines Kilger, LL-resources und Meon. Dadurch haben sich die Gesamtpassiva auf fast 600 Millionen Euro verdreifacht, die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze stieg um beachtliche 70 Prozent auf 1547.
Allerdings: Während österreichweit die Zahl der Insolvenzen, bei denen mangels Vermögen nicht einmal mehr ein Verfahren eröffnet werden konnte, zulegte, gab es in der Steiermark diesbezüglich ein Minus von 20 Prozent. Auch hier fügt sich die grüne Mark also nicht dem Bundestrend. In Summe (eröffnete Verfahren plus Abweisungen) gab es in der Steiermark daher „nur“ ein Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025.
Nach Dienstnehmern:
Nach Passiva
Keine kurzfristige Trendumkehr erwartet
Die am stärksten betroffene Branche war der Handel mit 62 Insolvenzen, gefolgt von der weiterhin kriselnden Bauwirtschaft (60 Insolvenzen) sowie Gastronomie/Beherbergung mit 46 Fällen. Auch wenn die aktuelle Wirtschaftslage Prognosen schwierig macht, rechnet der AKV mit keiner kurzfristigen Trendumkehr. In der Steiermark geht er von mehr als 800 Firmeninsolvenzen bis Jahresende aus (darunter über 600 eröffnete Verfahren).
Ein steirisches Plus gab es auch bei den Privatinsolvenzen, sie stiegen um zehn Prozent auf 520. Zu zwei Drittel sind Männer betroffen, die durchschnittlichen Schulden lagen bei 155.700 Euro. Bis zum Jahresende rechnet der AKV mit über 900 Pleiten von Privatpersonen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.