Der oststeirische Möbelhersteller ADA musste Insolvenz anmelden. Betroffen sind 180 Dienstnehmer, die großteils aus der Region stammen. Das Unternehmen soll in reduzierter Form fortgeführt werden – die Investorensuche hat bereits begonnen.
„Das ist eine richtige Hiobsbotschaft“, sagt Hannes Grabner, Bürgermeister von Anger. „Ada war einer unserer großen Leitbetriebe, bei dem viele aus der Gemeinde, aber auch aus dem ganzen Feistritztal angestellt waren.“
Wie am Dienstagvormittag bekannt wurde, haben die ADA Möbelwerke Holding AG und die ADA Möbelfabrik GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Graz beantragt. Betroffen sind etwa 180 Dienstnehmer in Anger und Raaba. Die Auswirkungen auf die ausländischen Gesellschaften mit 500 Angestellten in Rumänien und 600 in Ungarn sind noch unklar.
Ada war einer unserer großen Leitbetriebe, bei dem viele aus der Gemeinde, aber auch aus dem ganzen Feistritztal angestellt waren.

Hannes Grabner, Bürgermeister von Anger
Bild: Gemeinde Anger
Vor allem seit dem Jahreswechsel sei die Kaufkraft bei den Kunden stark rückläufig, sagt Sabine Schnabel, eine Sprecherin des Möbelproduzenten: „Wir befinden uns in einem anhaltend schlechten Marktumfeld, durch geopolitische Krisen ist die Nachfrage zusätzlich zurückgegangen.“ Zuletzt gingen 20 Prozent weniger Bestellungen ein als erwartet. Die Entwicklungen machen der gesamten europäische Möbelbranche zu schaffen.
30 Millionen Euro Schulden
Um eine Insolvenz abzuwenden, wurden im Vorjahr bereits Teile der Produktion verkauft. Es gab Produktionsanpassungen und strategische Neuausrichtungen. Ein Verkauf des ganzen Werkes sei aber auch jetzt nicht geplant. Der Schuldenstand der beiden österreichischen Gesellschaften beträgt etwa 30 Millionen Euro. Der Jahresumsatz der Gruppe betrug zuletzt circa 110 Millionen Euro.
„Es war ersichtlich, dass es Probleme gibt, aber die Insolvenz kam jetzt überraschend“, sagt Bürgermeister Grabner. „Natürlich hängen auch Kommunalsteuereinnahmen davon ab – die waren schon in den letzten Jahren im Sinkflug.“
Gespräche über Fortführung laufen
Ziel ist es, wesentliche Teile der Unternehmensgruppe fortzuführen. Hierfür werden Investoren gesucht: „Es laufen bereits Gespräche“, sagt Schnabel. Ein Insolvenzverwalter soll noch am Dienstag bestellt werden.
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