Premiere in Eisenstadt

Neue „Bodenampel“ warnt jetzt alle Handy-Nutzer

Burgenland
08.07.2026 08:59

Der Blick auf das Smartphone wird im Straßenverkehr immer öfter zur Gefahr. Eine Ampel in Eisenstadt soll jetzt abgelenkte Fußgänger rechtzeitig auf das Rotlicht aufmerksam machen.

Das Smartphone ist längst zum ständigen Begleiter geworden. Selbst beim Überqueren einer Straße wandert der Blick oft aufs Display. In Eisenstadt soll deshalb jetzt moderne Technik helfen. Als erste Gemeinde im Burgenland testet die Landeshauptstadt eine intelligente Ampel, die abgelenkte Fußgänger rechtzeitig auf das Rotlicht aufmerksam machen soll.

Was international bereits an Tausenden Standorten verwendet wird, wird nun erstmals auch im Burgenland erprobt. Die sogenannte SafeLight-Technologie ergänzt die herkömmliche Fußgängerampel um ein Lichtsignal, das auch jene erreichen soll, die ihren Blick aufs Smartphone richten statt auf die Ampel.

Das zusätzliche Rotlicht wird auf den Gehsteig projiziert und am Smartphone-Display reflektiert. ...
Das zusätzliche Rotlicht wird auf den Gehsteig projiziert und am Smartphone-Display reflektiert. So sollen Handynutzer das Haltesignal besser wahrnehmen und gefährliche Situationen vermieden werden.(Bild: Reinhard Judt)

Über Hongkong in die kleinste Großstadt der Welt
„Wir haben unter anderem in Hongkong gesehen, dass das System erfolgreich funktioniert. Jetzt wollen wir herausfinden, wie es sich unter den Bedingungen in Eisenstadt bewährt“, sagt Swarco-Projektleiter Jochen Haspel. Die zusätzliche Warnung solle helfen, gefährliche Situationen zu vermeiden, vor allem an stark frequentierten Schutzwegen.

Der Test ist auch ein Heimspiel. Produziert wird das Ampelsystem am Swarco-Standort in Neutal. Erstmals kommt die dort gefertigte Technik nun auch im Burgenland selbst zum Einsatz. Als Standort wurde bewusst eine Kreuzung in der Nähe einer Schule gewählt.

An dieser Kreuzung in Eisenstadt wird erstmals im Burgenland das „SafeLight“-System getestet. ...
An dieser Kreuzung in Eisenstadt wird erstmals im Burgenland das „SafeLight“-System getestet. Die zusätzliche Lichtprojektion soll abgelenkte Fußgänger beim Überqueren der Straße auf das Rotlicht aufmerksam machen.(Bild: Reinhard Judt)

Ob die zusätzliche Warnung tatsächlich wirkt, soll nun wissenschaftlich untersucht werden. Die BOKU Wien begleitet den Probebetrieb, beobachtet das Verhalten der Passanten, wertet Videoaufnahmen aus und führt Befragungen durch. „Die ersten Rückmeldungen fallen positiv aus“, sagt Projektleiterin Juliane Stark. Gleichzeitig zeige sich, dass die starke Sonneneinstrahlung am Standort die Sichtbarkeit des Lichtsignals beeinflussen könne. Genau solche Erfahrungen seien für die weitere Entwicklung des Systems wichtig.

Noch läuft der Probebetrieb. Ob sich die Technik auch im Alltag bewährt, sollen die Ergebnisse der Begleitforschung zeigen. Fällt die Bilanz positiv aus, könnte das System künftig auch an weiteren Schutzwegen eingesetzt werden, zeigt man sich auch im Landhaus davon begeistert.

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