GUTEN MORGEN

Wir Belgier | Rote Karte für Trump

Wir Belgier. Die Sympathien der österreichischen Fußballfans – sie gebühren zunächst einmal unserem Nationalteam (zumindest solange es gewinnt). Darüber hinaus mögen viele Italien – die schaffen aber in jüngerer Vergangenheit meist nicht einmal die Qualifikation für Weltmeisterschaften. Viele mögen auch Frankreich und/oder Spanien. Eine Reihe weiterer Fußballnationen spalten die Fans hierzulande: Deutschland mag man oder mag man nicht. Überwiegend wahrscheinlich nach wie vor: eher nicht. Oder nur dann, wenn Deutschland verliert (am besten gegen Österreich, Córdoba!) oder von großen Turnieren frühzeitig heimgeschickt wird. England wiederum lieben manche heiß, andere wiederum sind, wenn es um die Fußball-Nationalmannschaft geht, erklärte Anti-Engländer. Bei der aktuellen Weltmeisterschaft in Amerika hat Norwegen spätestens mit dem Sieg gegen Brasilien in dieser Woche viele Fans erobert. Aber Belgien? Spielt immer wieder gut, aber die Herzen flogen den Belgiern weder in Österreich noch sonst wo in Massen zu. Und dann das: Seit der Nacht auf Dienstag sind Charles De Ketelaere, Romelu Lukaku & Co. plötzlich die ganz großen Lieblinge. Nicht nur hierzulande, sondern in weiten Teilen der Welt. Jetzt sind wir alle Belgier. Irgendwie.

Rote Karte für Trump. Verdient haben sich die Begeisterung nicht nur die oben genannten belgischen Torschützen, provoziert wurde sie von einem Amerikaner und einem Schweizer. US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino haben mit ihrer unverschämten „Rote Karten“-Groteske vom Tag davor weltweit für Kopfschütteln, Ärger und Protest gesorgt. Und in Folge für die Belgien-Begeisterung. Dass nämlich die FIFA die rote Karte, also Sperre für einen US-Spieler vor dem Match USA gegen Belgien aufgehoben hat, ließ viele Millionen die Daumen für Belgien drücken. Tatsächlich gewann das Team gegen die Amerikaner 4:1, nun ergießt sich nach Ärger Häme und Spott über Infantino und Trump. Erst recht, wo der US-Präsident deutlich gemacht hat, gar nicht genau zu wissen, was eine rote Karte überhaupt ist. Das glauben wir. Er weiß sonst auch vieles nicht. Höchste Zeit, dass ihm die US-Wähler – die Gelegenheit dazu haben sie bei den Midterms im Herbst – die rote Karte zeigen.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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