Sechs Monate wurde intensivst an der Industriestrategie gearbeitet, auf die sich ÖVP, SPÖ und NEOS kürzlich einigen konnten. Die „Krone“ kennt bereits einige Details, etwa was es mit dem „Europe first“-Prinzip auf sich hat und wieso in diesem Maßnahmenpaket „der Mensch im Fokus steht“.
Lange forderte die heimische Wirtschaft Entlastungsmaßnahmen von der Bundesregierung, ein erstes Aufatmen brachte zumindest die Ankündigung eines Industriestrompreises – ab 2027 sollen energieintensive Betriebe nur noch 5 Cent pro kWh zahlen müssen.
Aber auch neun Schlüsseltechnologien wurden formuliert, für die bis 2029 rund 2,6 Milliarden Euro seitens der Regierung zur Verfügung gestellt werden – rund eine Milliarde kommt aus dem Budget von Innovations-, Mobilitäts- und Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ). Während dazu auch Bereiche zählen, deren Weltmarktführer nicht in der EU, sondern meist in China, aber auch den USA sitzen, will man besonders auch jene Bereiche fördern, die zu Österreichs Stärken zählen:
In diesen Sektoren spielt Österreich ganz vorne mit
Enorme Chancen sieht Hanke etwa im Halbleiter- bzw. Chipsektor: „Da befinden wir uns mit Firmen wie Infineon schon jetzt europaweit in einem klaren Stärkefeld.“ Unternehmen sollen durch die Industriestrategie und den daraus resultierenden Maßnahmen eine Planungs- und Investitionssicherheit bekommen.
Das „Bahnland Österreich“ will Hanke von Platz 7 im weltweiten Export-Ranking ebenfalls wieder zurück auf Platz 4 befördern – immerhin weist die Bahnindustrie eine 68-prozentige Exportquote auf. Und auch in der Quantentechnologie ist Österreich ganz vorn mit dabei. „Sektoren wie Life-Science dürfen wir ebenfalls nicht abwandern lassen“, so der Innovationsminister.
Für mich als Sozialdemokrat ist eines klar: Der Mensch steht im Fokus!

Peter Hanke, Innovations-, Mobilitäts- und Infrastrukturminister
Bild: Martin A. Jöchl
Doch auch die besten Technologien und Zukunftssektoren sind auf qualifiziertes Fachpersonal angewiesen. Auch dafür scheint die Regierung Lösungen parat zu haben: „Für mich als Sozialdemokrat ist eines klar: Der Mensch steht im Fokus“, betont Hanke. Man müsse die Menschen auf diesem Transformationsprozess mitnehmen. Und so sollen künftig unter anderem die Aus- und Weiterbildung sowie die Qualifikation von Arbeitskräften forciert werden. Dafür sind etwa neue Lehrberufe geplant, möglich sind auch Anpassungen in den Schullehrplänen.
„Europe First“-Prinzip für öffentliche Gelder
Durch das geplante „Europe First“-Prinzip sollen öffentliche Gelder nicht in Produkte aus Drittstaaten fließen, sondern bevorzugt auf heimische Alternativen zurückgegriffen werden – es gehe dann nicht mehr darum, das „billigste“ Produkt anzuschaffen. Dafür will sich der Minister auch auf europäischer Ebene einsetzen. Gelten soll diese Regel aber nur, wo es Sinn macht: Gibt es in Europa kein vergleichbar gutes Produkt, wird trotzdem auf Güter aus Nicht-EU-Ländern zurückgegriffen.
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