Geht um Kubas Zukunft

Castro-Enkel für Gespräche mit Donald Trump offen

Außenpolitik
07.07.2026 10:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Enkel des früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro, Rodriguez „El Cangrejo“ Castro, zeigt sich offen für direkte Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump. 

Der 42 Jahre alte Rodríguez, militärischer Sicherheitschef in Kuba, erklärte in mehreren Exklusivinterviews mit „USA Today“, er könne mit jedem Vertreter sprechen, den die US-Regierung auswähle. Am liebsten wäre ihm jedoch ein Treffen mit Trump selbst.

Aus seiner Sicht bleibe Kuba keine Zeit. Das Land stecke in einer schweren Wirtschaftskrise, kämpfe mit einer humanitären Notlage und leide unter einer Ölblockade der Trump-Regierung. Kuba wolle verhindern, das nächste Venezuela zu werden, betonte er.

Lage auf Kuba

  • Die Kommunisten um Raúl Castro prägen Kuba seit der Revolution seines verstorbenen Bruders Fidel Castro im Jahr 1959.
  • Ebenfalls im Mai veröffentlichte Kuba die Namen Tausender Häftlinge, die im Rahmen einer zuvor erlassenen Anordnung freikamen. Parallel dazu verhandelte die kubanische Regierung mit den USA über mehrere Streitpunkte, darunter auch über politische Gefangene.
  • Die Castro-Familie spielt bis heute eine zentrale Rolle in Politik und Wirtschaft des Landes. Rodríguez Castros Vater, General Luis Alberto Rodríguez López Calleja, leitete den vom Militär gestützten Konzern GAESA. 

Castro stellt Freilassung von Gefangenen in Aussicht
Auch bei sogenannten politischen Gefangenen zeigte sich Castro gesprächsbereit. Er erklärte, unter den richtigen Bedingungen könnten Personen freigelassen werden, die als „politische Gefangene gelten“.

Berater und Vertrauter
Rodríguez Castro wuchs im direkten Umfeld der kubanischen Machtelite auf. Schon als Jugendlicher wurde er von seinem Großvater in staatliche Angelegenheiten einbezogen. Heute gilt er nicht nur als Sicherheitschef der kubanischen Führung, sondern auch als Berater bei politischen Entscheidungen, Investitionen und Verhandlungen. Auch Präsident Miguel Díaz Canel soll auf seinen Rat hören.

Raúl Castro, Bruder von Fidel Castro
Raúl Castro, Bruder von Fidel Castro(Bild: AP/Ismael Francisco)

„Habe mich nie für die Politik interessiert“
Trotzdem betont Castro, er sehe sich selbst nicht als Politiker. „Ich habe mich nie für die Politik interessiert“, sagte er. „Aber wenn die Revolution mich irgendwann darum bitten würde, würde ich es tun“, fügte er hinzu. Zugleich stellte er klar, dass er weder die Prinzipien der Revolution von 1959 noch die Souveränität Kubas aufgeben werde.

Castro Familie bleibt mächtig
Rodríguez Castro verfügt über ein Netzwerk aus hochrangigen politischen Kontakten im Umfeld des Weißen Hauses. Sein Einfluss in Kuba gilt wegen seines Namens und seiner Familienverbindungen dennoch als beträchtlich.

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