Taiwan, der Zwerg neben China, hat sich zum rekordverdächtigen Wirtschafts-Champion gemausert. Die Insel, weniger als die Hälfte Österreichs und 24 Millionen Einwohner, hat mit 14,5% die Top-Wachstumsrate der Welt (China: 5%, Österreich 0,9%) und vor Indien mit 7,8%. Der Zahlungsbilanzüberschuss von 27% (China 3%, Österreich 1%) spült Taiwan die viertgrößten Währungsreserven der Welt ein.
Für das Wirtschaftswunder verantwortlich ist die Produktion der besten Digital-Halbleiter („Chips“) der Welt. Durch eine gezielte Talentsuche und Förderung der Chip-Entwicklung hat sich die rohstoffarme Insel zum unverzichtbaren Wirtschaftspartner gemacht – ein Traumziel für jeden kleinen Staat.
Dabei ist Taiwan gar kein Staat aus völkerrechtlicher Sicht. Es wird praktisch von keinem Staat der Welt diplomatisch anerkannt, weil Peking auf den Alleinvertretungsanspruch Chinas pocht.
Taiwan wählte den Weg zur Wirtschaftsmacht, um die Isolation zu durchbrechen. Dass das trotz aller Widrigkeiten gelungen ist, zeigt, was auch ohne politisches Gewicht möglich ist, wenn die Dynamik da ist.
Es ist wie im Sport: Erst braucht es die Herausforderung, dann den Ehrgeiz, und das kann Wunder wirken. Taiwan will sein demokratisches chinesisches System unter Beweis stellen.
Andere Beispiele: Indien will es China zeigen, Österreich wollte es immer Deutschland zeigen.
Heute schläft Europa ein.
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