Laufend gehen bei Scooter-Kontrollen schwarze Schafe ins Netz: Die Lenker sind oft mit aufgemotzten Geschoßen auf der Straße und verursachen gedankenlos Unfälle. Viele wissen gar nicht, dass nur maximal 25 km/h erlaubt sind. Die Polizei verschärft die Kontrollen.
Es ist früher Nachmittag am Hinterholzer-Kai in der Stadt Salzburg. Zwei Polizeistreifen stehen mit Laserpistole und mobilem Rollenprüfstand bereit. Dann nähert sich ein dunkel gekleideter Scooter-Fahrer mit großen Kopfhörern am Ohr, was grundsätzlich erlaubt ist. Er bremst abrupt ab.
Ein Großteil der Lenker weiß nicht wirklich, was erlaubt ist und was nicht. In Zukunft wollen wir die Kontrolldichte hochhalten.
Günther Nemetz, Chefinspektor
„Haben Sie etwas getrunken?“, fragt eine Polizistin. Der Lenker aus dem Stadtteil Lehen schüttelt den Kopf. Der Test ist negativ. Und dann muss das Gefährt auch noch auf den Rollenprüfstand. Ein Polizist stellt sich drauf, reale Fahrbedingungen werden auf dem geeichten Prüfgerät simuliert. Und der Lenker kann aufatmen: alles okay! Sein Scooter erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von maximal 25 km/h. Erleichtert steigt er schnell wieder auf sein Gefährt.
Die Gesetzeslage ist komplex: Seit 1. Mai gilt in Österreich für die E-Geschoße ein Limit. Sie dürfen nur noch eine Leistung von 600 Watt haben und maximal 25 km/h auf die Straße bringen. Daran halten sich viele Lenker nicht, was auch zu Unfallhäufungen führt. Im Stadtgebiet hat die Polizei im ersten Halbjahr 2026 schon 106 Kontrollen durchgeführt. Zu den Hotspots gehört der Lehener Park.
„Das große Problem ist das Internet“, meint Günter Nemetz, Verkehrschefinspektor in der Stadt Salzburg und ergänzt: „Es kann alles bestellt werden. Viele wissen nicht einmal, dass ihr Fahrzeug gar nicht erlaubt ist. Dann drücken sie unüberlegt aufs Tempo. Ich bin oft verwundert, mit welcher Leichtsinnigkeit die Leute unterwegs sind.“ Über spezielle Tastenkombinationen am Lenker kann der „Turbo“ aktiviert werden.
Bei der Razzia am Montag muss die Polizei keine hohen Strafen austeilen. Der Katalog an Bußgeldern reicht von zehn Euro für fehlende Bauteile bis zu einigen Hundert Euro für Alkohol- und Drogeneinfluss.
Dann kommt noch ein Essensauslieferer am E-Roller mit Sitz um die Ecke. Für diese Fahrzeuge gelten erst ab Oktober weitaus strengere Vorschriften.
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