Wo geholfen wird

Jugend in Not leidet unter horrenden Wohnpreisen

Salzburg
06.07.2026 08:00

Zerrüttete Verhältnisse, abgebrochene Ausbildung. irgendwann kein Schlafplatz mehr: Jugendlichen machen die hohen Wohnpreise in Salzburg zu schaffen. Geholfen wird schon ab zwölf Jahren in der Notschlafstelle der Caritas. Die Kinder- und Jugendanwältin fordert die Politik auf, nicht wegzuschauen. 

Gerade brachte die Polizei einen 13-Jährigen um drei Uhr in der Früh ins „Exit Nova“. Er war von einer Wohngemeinschaft in Niederösterreich weggelaufen und am Salzburger Bahnhof gestrandet. Kein Einzelfall in der Notschlafstelle für Kinder und Jugendliche. Markus Brunnauer, Leiter für die Jugendprojekte der Caritas, kennt die Schicksale dann, wenn das Familien-Umfeld junger Menschen zerrüttet ist.

Markus Brunnauer führt durch das „Exit Nova“: Es stehen zehn Notschlafplätze zur Verfügung.
Markus Brunnauer führt durch das „Exit Nova“: Es stehen zehn Notschlafplätze zur Verfügung.(Bild: Sabine Salzmann)

 Die Notschlafstelle, die gerade in neue, freundliche Räume bei der Pfarre in Salzburg-Lehen übersiedelt ist, fängt 12- bis 18-Jährige auf. Bis zu zehn Jugendliche haben Platz. Es gibt einen Mädchen- und einen Burschentrakt. Die Probleme sind vielschichtig.

„Die meisten sind recht dankbar, dass sie hier ein Zimmer und eine Basisversorgung bekommen“, schildert Brunnauer die oft bittere Realität. Dann versuche man, ins Gespräch zu kommen. Das Land unterstützt und hilft auch mit Plätzen in Einrichtungen oder Krisenstellen, wo derzeit 42 Kinder und Jugendliche wohnen.

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Salzburg ist keine Insel der Seligen. Vor allem junge Menschen, die nicht zu Hause wohnen können, leiden unter den Wohnkosten.

Johanna Fellinger, Kinder- und Jugendanwältin

Wenn Wohnungsnot alles zusammenbrechen lässt
Mit 18 Jahren versuchen Jugendliche dann oft ihr eigenes Leben in der eigenen Wohnung aufzubauen und scheitern an den horrenden Wohnkosten in Salzburg. „Junge Erwachsene sind die am stärksten betroffene Gruppe und sie sind vielfach strukturellen Hürden ausgesetzt“, schlägt Kinder- und Jugendanwältin Johanna Fellinger Alarm.

Sie fordert die Politik auf, hier nicht zuzuschauen. Die aktuellen Zahlen belegen die Problematik: 2025 wurden in Salzburg 1477 Menschen in Wohnungsnot erfasst. „172 davon sind Minderjährige, das entspricht einem Anteil von zwölf Prozent“, so Petra Gschwendtner von „Soziale Arbeit“. Besonders alarmierend: 16 davon sind alleinerziehende, minderjährige Eltern.

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