Vor allem auf Sizilien

Strände Italiens führen Reservierungspflicht ein

Ausland
06.07.2026 12:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wer im Sommer 2026 einen Italien-Urlaub geplant hat, sollte sich vorab über die Bestimmungen der einzelnen Strände informieren. Vor allem in Süditalien gelten inzwischen strenge Zugangsbeschränkungen mit Online-Reservierungen, Eintrittsgebühren und beschränkten Zahlen der Besucherinnen und Besucher.

Zu den bekanntesten Beispielen zählt der Strand La Pelosa bei Stintino auf Sardinien. Dort sind bis Mitte Oktober täglich höchstens 1500 Besucherinnen und Besucher zugelassen. Der Zugang ist nur nach vorheriger Online-Buchung und mit QR-Code möglich. Der Eintritt kostet 3,50 Euro, Kinder unter zwölf Jahren haben freien Zugang.

Auch den Strand Punta Molentis bei Villasimius im Süden Sardiniens dürfen maximal 600 Menschen pro Tag besuchen. Zusätzlich zu einer Reservierung fällt eine Eintrittsgebühr an, hinzu kommen Parkkosten für Autofahrerinnen und Autofahrer. Sonnenschirme und Strandzelte sind grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme gibt es lediglich für Familien mit Kindern bis zehn Jahren sowie für Menschen über 65 Jahre.

Manche Strände verbieten inzwischen Sonnenschirme.
Manche Strände verbieten inzwischen Sonnenschirme.(Bild: Kerstin Wassermann)

Weitere Strände mit Zugangsbeschränkungen auf Sardinien sind Rena Bianca in Santa Teresa Gallura, Cala Brandinchi bei San Teodoro und Cala Goloritzé bei Baunei. Dort sind je nach Strand zwischen 250 und knapp 1500 Besucherinnen und Besucher pro Tag zugelassen. Teilweise ist der Zugang ausschließlich nach vorheriger Reservierung und gegen Gebühr möglich.

20.000 Sonnenschirme weniger in Jesolo
Auch außerhalb Siziliens setzen Gemeinden auf Limits. Darunter sind beispielsweise die Baia del Silenzio in Sestri Levante in Ligurien (450 Menschen gleichzeitig), die Spiaggia dei Conigli („Strand der Hasen“) auf Lampedusa (550 gleichzeitig) und das Meeresschutzgebiet Gaiola bei Neapel (Reservierungen für maximal 200 Besucherinnen und Besucher je Zeitfenster).

Im beliebten Badeort Jesolo in Venetien wurden die traditionellen Strandparzellen von bisher drei mal zwei Metern schrittweise durch größere Flächen ersetzt. Dadurch sollen Badegäste mehr Abstand und Privatsphäre bekommen. Laut Schätzungen führt die Neuregelung allerdings dazu, dass es ungefähr 20.000 Sonnenschirme weniger gibt als bisher. In Bibione werden in diesem Jahr sogenannte Einzelliegen für Alleinreisende getestet. Einige davon sind mit Solarpaneelen zum Laden von Smartphones ausgestattet. Zudem soll eine App ungenutzte oder widerrechtlich belegte Sonnenschirme erkennen und verwalten.

Die Behörden wollen mit den Maßnahmen unter anderem empfindliche Küstenökosysteme vor den Folgen des Massentourismus schützen.

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