Moskau hat Kiew in der Nacht auf Montag mit einer verheerenden Attacke überzogen, die Ukraine wieder zurückgeschlagen. Über 500 Drohnen feuerte das Land auf Russland ab. Unterdessen verzweifeln die Russen immer mehr.
Rauchwolken hängen bedrohlich in der Luft, zeigen in sozialen Netzwerken verbreitete Videos. Insgesamt hat die Ukraine nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau rund 20 russische und unter russischer Kontrolle stehende Regionen attackiert, darunter einmal mehr die seit 2014 von Moskau illegal einverleibte Krim. Auf der Halbinsel hätten Drohnenangriffe eine Frau getötet und zwei weitere Menschen verletzt, schrieb der von Moskau eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow. Nun kämpfe man mit einem Blackout auf der gesamten Halbinsel, berichtet das Staatsunternehmen „Krimenergo“.
Brände in Kaluga und Jaroslawl
Die Ukraine griff Russland nach Angaben aus Moskau mit insgesamt mehr als 500 Drohnen an. 519 Drohnen seien abgeschossen worden, meldete das russische Verteidigungsministerium. In der Region Kaluga rund 190 Kilometer südlich von Moskau geriet nach einem Drohneneinschlag ein Industriegelände in Brand.
Derweil berichtete das unabhängige Internetportal „Astra“ von einem erneuten Angriff auf die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau. Auf in sozialen Netzwerken kursierenden Bildern seien Rauchwolken über der Anlage zu erkennen:
Schon mehrfach ist die Raffinerie in der Vergangenheit attackiert worden. Offiziell gibt es keine Angaben zu möglichen Schäden an der Ölverarbeitungsanlage. Laut dem Jaroslawler Gouverneur Michail Jewrajew hat die Flugabwehr mehr als 70 Drohnen abgeschossen. „Zwei Menschen haben Splitterverletzungen erlitten“, sie würden im Krankenhaus behandelt, schrieb er auf Telegram. Er warnte vor möglichen weiteren Angriffen.
Es brodelt in der Gesellschaft
Während der Druck auf das flächenmäßig größte Land der Welt zunimmt, stellt sich immer mehr die Frage: Wie lange wird das russische Volk dem noch standhalten? „In mir hat sich so viel Hass, Wut, Unverständnis und Verzweiflung angestaut“, schildert Marija dem russischen Exilmedium „Meduza“. Sie berichtet von einem Gefühl, gleich auseinanderzubrechen. „Es macht mir Angst zu fühlen, wie diese schwarze Masse in mir brodelt und kocht. Ich will ihr einen Ausweg geben, ich will mit einem Plakat rausgehen, ich will ein Lied singen, ich will ein Video aufnehmen, einfach vor dem Kreml stehen und so laut schreien wie ich kann, Menschen um mich versammeln, aber ich habe solche Angst. Gott, wie sehr ich Angst habe, das zu verlieren, was noch übrig ist“, erzählt die verzweifelte Russin.
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