Kriegsschiff im Gepäck
Putins Luxusjacht vor Dänemark aufgetaucht
Nach Jahren ohne öffentlich bekannte Fahrten ist eine Luxusjacht mit Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin überraschend wieder aufgetaucht. Das mehr als 80 Meter lange Schiff, das unter dem Namen „Graceful“ bekannt ist, wurde gemeinsam mit zwei russischen Kriegsschiffen in dänischen Gewässern gesichtet. Wohin der Konvoi unterwegs ist, bleibt bislang ein Rätsel.
Die Jacht passierte laut einem Bericht des dänischen Senders DR in der Nacht auf Montag den „Großen Belt“ und fuhr am Vormittag an der Insel Anholt im Kattegat vorbei. Begleitet wurde sie demnach von einem russischen Zerstörer sowie einem Patrouillenschiff. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit sollte der Verband im Laufe des Tages die Nordspitze Jütlands bei Skagen umrunden.
Jahrelang praktisch unter dem Radar
Für Aufmerksamkeit sorgt die Sichtung vor allem deshalb, weil das Schiff seit Jahren kaum noch öffentlich verfolgt werden konnte. Nach Angaben von DR war der AIS-Transponder der Jacht, der der automatischen Identifizierung von Schiffen dient, seit dem 30. August 2022 abgeschaltet. Seither sei das Schiff nur vereinzelt in St. Petersburg gesichtet worden.
Auch internationale Medien berichten, dass es seit mehr als drei Jahren praktisch keine öffentlich nachvollziehbaren Aufzeichnungen über den Aufenthaltsort der Megajacht gegeben habe. Erst die aktuelle Fahrt durch dänische Gewässer brachte das Schiff wieder in den Fokus.
Verbindung zu Putin – auf Sanktionsliste
Die Jacht wird unter anderem vom US-Wirtschaftsmagazin Forbes als persönliches Schiff des russischen Präsidenten Wladimir Putin beschrieben. Offiziell ist jedoch kein Eigentümer eingetragen. Das US-Finanzministerium setzte die Jacht im Juni 2022 auf seine Sanktionsliste und bezeichnete sie als Vermögenswert, an dem „Präsident Wladimir Putin ein Interesse hat“. Laut einem Forbes-Bericht wurde das Schiff inzwischen in „Kosatka“ – russisch für „Schwertwal“ – umbenannt.
Kurz vor Kriegsbeginn aus Hamburg verlegt
Die mehr als 80 Meter lange Jacht war nach früheren Berichten bis kurz vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in Hamburg. Rund zwei Wochen vor der Invasion wurde sie aus dem deutschen Hafen nach Russland verlegt.
Der Wert des Schiffes wird auf rund 100 Millionen Euro beziehungsweise etwa 100 Millionen US-Dollar geschätzt. Es verfügt über fünf Decks und lief 2014 vom Stapel.
Dänemark und Deutschland überwachten den Konvoi
Nach Angaben von DR beobachteten die dänische Marine und die deutsche Küstenwache den russischen Schiffsverband seit Sonntagmorgen abwechselnd. Zuletzt folgte das dänische Patrouillenschiff „P521 Freja“ dem Konvoi. Das dänische Verteidigungskommando betonte gegenüber dem Sender, dass die Überwachung keine außergewöhnliche Maßnahme sei.
Die Streitkräfte würden routinemäßig Schiffe – auch jene anderer Staaten – beobachten, die die dänischen Meerengen und Gewässer passieren. Wohin der russische Verband unterwegs ist und aus welchem Grund die Fahrt erfolgt, ist bislang nicht bekannt.









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