Putins Heimatstadt

Heftiger Drohnenangriff trifft Sankt Petersburg

Außenpolitik
04.07.2026 17:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Erneut hat die Ukraine die Geburtsstadt von Kremlchef Wladimir Putin angegriffen. Ölanlagen und ein Ostseehafen für Ölexporte gerieten ins Visier. Eine Drohne ging sogar bei der ehemalige Sommerresidenz der russischen Zaren am Finnischen Meerbusen in Peterhof nieder.

„Seit 5 Uhr morgens gab es Explosionen. Bis 6.30 Uhr haben sie sich verstärk: Zwei Explosionen alle zehn Minuten. Der Himmel ist verraucht, alle Vögel hocken auf dem Boden“, schilderte ein Augenzeuge dem lokalen Medium „Fontanka“. Von einer groß angelegten Attacke auf die Metropole mit sechs Millionen Einwohnern sprach der Gouverneur von Sankt Petersburg, Alexander Beglow. Ein russischer Drohnenangriff auf eine Gasförderanlage in der zentralukrainischen Region Poltawa löste indes ein Feuer aus.

Von russischer Seite seien 72 feindliche Drohnen abgeschossen worden, berichtete der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko. Im Hafen von Wyssozk am Finnischen Meerbusen seien Teile von Drohnen abgestürzt, schilderte Drosdenko der staatlichen russischen Nachrichtenagentur „TASS“ zufolge. Das lokale Medium „Bumaga“ berichtete von einem Feuer am Ölterminal der Stadt. Der Hafen liegt etwa 170 Kilometer nordwestlich von Sankt Petersburg am Finnischen Meerbusen und schlägt Öl, Getreide, Kohle sowie Flüssigerdgas um.

Tote bei Bombenangriff auf ukrainische Stadt Sumy
Der Betrieb der getroffenen Gasförderanlage in Poltawa sei eingestellt worden, teilte der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. „Der Feind nimmt systematisch Gasförderanlagen ins Visier, um die heimische Produktion der Ukraine zu drosseln und die Vorbereitungen auf die Heizperiode zu erschweren“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Bei einem russischen Angriff auf einen Kohlebetrieb in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk wurde nach Angaben des Betreibers DTEK ein Mensch getötet. Fünf weitere Bergleute wurden verletzt, teilte der Energiekonzern mit. Der Betrieb sei vorerst eingestellt worden. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Freitag.

In der nordostukrainischen Großstadt Sumy wurden am Freitagabend mindestens vier Menschen durch einen russischen Bombenangriff getötet, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Außerdem gebe es 27 Verletzte. In den Trümmern eines Wohnhauses würden noch Verschüttete vermutet. Nach Angaben der Gebietsverwaltung von Sumy hatte die russische Luftwaffe das Stadtzentrum mit sechs Gleitbomben angegriffen. Kampfjets klinken diese Bomben noch im sicheren eigenen Luftraum aus, sie werden dann über Dutzende Kilometer ins Ziel gelenkt.

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