Ab Ende August wird es in Vorarlberg die Möglichkeit einer digitalen Zollabwicklung geben. Das Projekt „Smart Border Austria“ soll die Zahl der Lkw-Staus, vor allem beim Zollamt Wolfurt, deutlich reduzieren. Geplant sind zudem der Ausbau des Güterterminals Wolfurt sowie weitere Maßnahmen im Straßen- und Schienenverkehr.
Nach einem erfolgreichen Testbetrieb in Feldkirch-Tisis wird die Zollabwicklung nun flächendeckend modernisiert. Wie die Landesregierung am Samstag mitteilte, stellen bis Ende August die Standorte Höchst, Mäder, Meiningen und Hohenems auf digitale Prozesse um. Im September folgt Lustenau. Das Projekt „Smart Border Austria“ ersetzt Papier durch digitale Verfahren. Laut Landesstatthalter Christof Bitschi (FPÖ) und Landesrat Marco Tittler (ÖVP) laufen die notwendigen Umbauten an den Grenzen bereits.
Weniger Wartezeit und Stau in Wolfurt
Von der „digitalen Abkürzung“ soll vor allem das Zollamt am Güterbahnhof Wolfurt profitieren, das bekanntlich oft überlastet ist. Täglich fahren rund 600 Lkw das Amt an, was regelmäßig für Staus und Ärger bei den Autopendlern sorgt. Bisher mussten die Lkw-Fahrer aussteigen und ihre Papiere händisch abstempeln lassen. Künftig können alle Formalitäten vorab online erledigt werden. Ein Lkw wird dann an der Grenze idealerweise nur noch digital erfasst. Das verkürzt die Wartezeiten und soll den Verkehr am Güterbahnhof Wolfurt und beim Kreisverkehr Dornbirn Nord nachhaltig entlasten. Damit alles reibungslos klappt, müssen allerdings auch die Transportunternehmen ihre Systeme umstellen.
Ausbau des Güterterminals Wolfurt
Parallel dazu wird der Containerterminal Wolfurt von der ÖBB-Infrastruktur AG erweitert. Der Güterbahnhof ist der wichtigste Umschlagplatz für die Vorarlberger Wirtschaft und gewissermaßen das Tor zu den Weltmärkten. Bis 2029 sollen ein dritter Portalkran und moderne Videogates die Abfertigung beschleunigen. Ziel ist es, bis Anfang der 2030er-Jahre dank vier zusätzlicher Gleise und zwei weiterer Kräne die Kapazität des Terminals fast zu verdoppeln. Damit soll sich der Güterverkehr noch mehr auf die Schiene verlagern – das erspart der Exportwirtschaft Kosten und kommt zudem der Umwelt zugute.
Straßenumbau und Schienenstrategie
Aber es stehen im Unterland noch weitere Infrastrukturprojekte in der Pipeline, die die Bevölkerung entlasten sollen. Geplant ist der Umbau des Kreisverkehrs Dornbirn Nord zu einer Kreuzung mit Ampel. Das Land setzt sich zudem für einen Vollanschluss der Autobahn bei Wolfurt-Lauterach ein – das letzte Wort hat allerdings der Bund. Und im zweiten Halbjahr 2026 soll gemeinsam mit der Wirtschaft eine neue Strategie für den Schienengüterverkehr erarbeitet werden.
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