Schönste Wanderrouten

Ein Logen-Aussichtsplatz über der Bielerhöhe

Vorarlberg
04.07.2026 15:15

Mit Bahn und Bus geht es zum Silvretta-Stausee, dem Ausgangspunkt für eine sportliche Halbtagestour. Die Anstrengung des Aufstiegs wird durch grandiose Aussichten und ein beeindruckendes Bergpanorama entlohnt.

Die Bielerspitze (2545 m) ist ein schöner, aber vergleichsweise wenig bekannter Aussichtsgipfel in der Silvretta, der sich direkt an der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol oberhalb der Bielerhöhe und nördlich des Silvretta-Stausees erhebt. Nach Felsstürzen und Murenabgängen im Sommer 2024 war die Silvretta-Hochalpenstraße (auf Vorarlberger Seite) aus Sicherheitsgründen für den öffentlichen Verkehr gesperrt worden. Nach einem Geröllabgang im Juli 2025 wurde beschlossen, dass eine Öffnung auch in den kommenden Jahren nicht möglich ist. Es ist geplant, die Passstraße umfassend abzusichern. Dazu sind nach Angaben der illwerke vkw in mehreren Bereichen Straßenumlegungen und die Errichtung von Schutzdämmen notwendig. Die Route soll voraussichtlich im Sommer 2030 wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden.

Tipps und Infos

Typ: sportliche Halbtagestour
Ausgangspunkt: Bielerhöhe, Silvretta
Anstieg: knapp 500 Höhenmeter
Dauer: zweieinhalb bis drei Stunden
Anforderungen: Trittsicherheit, gute Grundkondition
Ausrüstung: knöchelhohe Wanderschuhe mit guter Profilsohle, Tagesrucksack mit Jause und Getränk, Sonnenschutz, dem Wetter angepasste Kleidung bzw. Wechselkleidung (sehr windig im Gipfelbereich), bei Bedarf Wanderstöcke für den Abstieg
Anreise: ab Partenen mit der Vermuntbahn und dann weiter mit dem Tunnelbus (letzte Talfahrt um 16:00 Uhr)
Einkehrmöglichkeiten: Hotel Silvretta, Kiosk beim Silvretta-Stausee, Hotel Piz Buin, weitere Möglichkeiten in Partenen
Anmerkung: Wetterprognose beachten und nur bei sicheren Verhältnissen wandern

Mit den Tunnelbussen zum Ausgangspunkt
Bis dahin bleibt die Vermuntbahn in Partenen auch im Sommer geöffnet und bietet in Kombination mit den Tunnelbussen von der Vorarlberger Seite einen Zugang auf die Bielerhöhe. Deshalb eignet sich die Bielerspitze auch besonders als Ziel für eine sportliche Halbtagestour, da der Zubringerbus quasi direkt beim Ausgangspunkt für die Wanderung Halt macht: vom Busplatz beim Stausee quert man zunächst die Straße. Ein Wiesenpfad führt dann vom Silvretta Hotel hinter der Barbarakapelle flach am Schlepplift vorbei, bevor dann der steile Anstieg beginnt. Man folgt den Wegweisern in Richtung Bielerkopf (2389 m), einer Zwischenetappe mit Gipfelkreuz. In steilen Kehren geht es bergan. Da die gesamte Strecke vollsonnig liegt, ist ein früher Start empfehlenswert.

Grenzstein im Bereich des Bielerspitz
Grenzstein im Bereich des Bielerspitz(Bild: Rubina Bergauer)
Blick Richtung Montafon.
Blick Richtung Montafon.(Bild: Rubina Bergauer)

Eine Tour nur für geübte Wanderer
Der Bielerkopf selbst ist kein Gipfel im eigentlichen Sinne sondern eine Art Hochplateau unter dem einige hundert Höhenmeter weiter oben befindlichen Berggipfel. Die Aussicht auf den Stausee, das Hohe Rad (2934 m) und den Piz Buin (3312 m) ist jedoch bereits grandios. Ein Schild weist vom Bielerkopf in die ungefähre Richtung zum Bielerspitz, die weiß-blaue Markierung ist ein Anzeichen dafür, dass es sich dabei um einen alpinen Steig handelt und dementsprechende Trittsicherheit gefordert ist.

Stängelloses Leimkraut

Das Stängellose Leimkraut zählt zu den charakteristischen Pflanzen der alpinen Höhenstufe. Es wächst bevorzugt auf felsigen, kargen Standorten sowie in Schuttfluren und bildet dort dichte, polsterförmige Teppiche. Diese Wuchsform schützt die Pflanze vor eisigem Wind, starken Temperaturschwankungen und dem Austrocknen – ein wichtiger Vorteil in den rauen Bedingungen des Hochgebirges. Zwischen Mai und August schmücken zahlreiche rosafarbene bis purpurrote Blüten die kompakten Polster und setzen leuchtende Farbakzente in der oft steinigen Landschaft. Besonders bei sonnig-warmem Wetter verströmen diese einen honig- bis vanilleartigen Duft, welcher Bestäuber anlockt. Dazu zählen vor allem Hummeln, Schwebfliegen, alpine Wildbienen und verschiedene Schmetterlingsarten. Hummeln spielen dabei eine besonders wichtige Rolle, da sie auch bei niedrigen Temperaturen und wechselhaftem Wetter fliegen können. Das Stängellose Leimkraut ist eine langlebige Art, deren Polster über viele Jahrzehnte wachsen können. Sie bietet Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle und trägt dazu bei, den Boden zu stabilisieren. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Widerstandsfähigkeit gilt sie als eine der am besten an das Leben im Hochgebirge angepassten Blütenpflanzen Europas.

Zwischen Mai und August schmücken zahlreiche rosafarbene bis purpurrote Blüten die kompakten ...
Zwischen Mai und August schmücken zahlreiche rosafarbene bis purpurrote Blüten die kompakten Polster.(Bild: Rubina Bergauer)

Nur für Geübte geeignet
Ab nun geht es größtenteils weglos weiter, weshalb dieser Abschnitt der Tour nur für geübte Wanderer geeignet ist. Man bewegt sich zunächst ohne nennenswerten Höhengewinn durchs Gelände, an manchen Stellen haben sich hartnäckig noch letzte Schneereste gehalten, bevor man sich einen Weg über und zwischen Felsblöcken nach oben bahnt. Was von unten wie ein schroffer Gipfel aussieht, entpuppt sich oben als recht weitläufiges Gipfelplateau, ohne Kreuz. Lediglich ein Steinquader markiert die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol. Besonders beeindruckend ist der Blick weit hinab ins Montafon sowie zum Gipfel der mächtigen Valüla (2813 m). Nachdem man die Aussicht ausgiebig genossen hat, geht es wieder weglos hinab zum Bielerkopf und dann über dieselbe Strecke wie vorhin zurück zur Bielerhöhe, wobei sich eine Einkehr auf die Terrasse des Hotels Silvretta anbietet.

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