Naturschützer sind mit einer Beschwerde gegen die Jagd auf Kormorane am Bodensee gescheitert. Das Vorarlberger Landesverwaltungsgericht bestätigte den Abschuss von 300 Vögeln pro Jahr. Die Tiere sind vor allem Fischern ein Dorn im Auge.
Am Vorarlberger Bodenseeufer dürfen weiterhin Kormorane bejagt werden. Wie ORF Vorarlberg berichtet, wies das Landesverwaltungsgericht eine Beschwerde von Naturschützern zurück. Die Bewilligung zum Abschuss von jährlich bis zu 300 Vögeln in der Fußacher Bucht bleibt somit aufrecht. Nach Ansicht des Gerichts ist der Bestand der Vogelart – derzeit gibt es mindestens 1500 Brutpaare am Bodensee – durch diese Maßnahme nicht gefährdet.
Großer Schaden für die Fischerei
Die Lage ist verzwickt: Einerseits ist der Kormoran eine geschützte Art und steht auf der Roten Liste, andererseits sorgt er seit Jahren für Konflikte. Der Grund: Der Vogel ist ein miserabler Nahrungsverwerter und daher sehr gefräßig. Experten schätzen, dass Kormorane jährlich rund 600 Tonnen Fisch aus dem See erbeuten. Zum Vergleich: Die Berufsfischer haben im Vorjahr lediglich 120 Tonnen Fisch gefangen. Die genehmigten Abschüsse sollen die Tiere verscheuchen und den Druck auf die Fischbestände verringern.
Gutachten stützen die Entscheidung des Gerichts
Die Tierschützer vertraten hingegen in ihrer Beschwerde eine andere Position: Nicht die Kormorane seien schuld am Rückgang des Fischbestandes, sondern der Klimawandel. Außerdem wurde moniert, dass bei unzähligen Bäumen am Bodenseeufer die Äste abgeschnitten werden, um zu verhindern, dass die Vögel dort brüten. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht und stützte sich auf Expertengutachten. In diesen ist auch festgehalten, dass der ätzende Vogelkot den Brutbäumen mehr schadet als ein gezielter Rückschnitt der Äste.
Politik will Schutzstatus senken
Der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) fordert sogar noch strengere Maßnahmen. Er will, dass Österreich einen Vorstoß auf EU-Ebene für eine Lockerung des Schutzstatus der Kormorane unterstützt, um den Bestand auf ein „akzeptables Niveau“ zu reduzieren. Am deutschen Seeufer, wo die meisten Vögel leben, wählt man derweil einen etwas subtileren Weg: Dort werden Kormoraneier mit Öl besprüht, um den Bruterfolg zu senken.
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