Trump spricht trotzdem
Hitze überschattet US-Jubiläum: Parade abgesagt
Die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten stehen ganz im Zeichen einer extremen Hitzewelle. Während in Washington Temperaturen um die 40 Grad die Menschen an ihre Belastungsgrenze bringen und eine große Parade abgesagt werden musste, will US-Präsident Donald Trump den Nationalfeiertag dennoch mit einer langen Rede begehen. Bereits im Vorfeld nutzte er die Jubiläumsfeiern für politische Botschaften.
Seit Tagen ächzt die US-Hauptstadt unter sengender Hitze. Nach Angaben der Wetterdienste sind mehr als 250 Millionen Menschen in weiten Teilen der USA von gefährlichen Temperaturen betroffen. Vielerorts werden Höchstwerte zwischen 35 und 41 Grad Celsius erreicht, durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlen sich die Temperaturen regional sogar wie mehr als 45 Grad an.
Meteorologen warnen vor Hitzeschlägen, Kreislaufproblemen und anderen gesundheitlichen Gefahren und rufen die Bevölkerung dazu auf, ausreichend zu trinken, leichte Kleidung zu tragen und Aufenthalte in der Sonne möglichst zu vermeiden.
Parade wegen extremer Hitze abgesagt
Die Auswirkungen der Hitzewelle sind bereits deutlich sichtbar. In Washington wurde eine für den Samstagvormittag geplante große Parade wegen der extremen Temperaturen abgesagt. Auch an anderen Orten mussten Veranstaltungen zum Unabhängigkeitstag gestrichen werden. So fielen unter anderem Paraden in den Orten Takoma Park und Laurel im Bundesstaat Maryland aus. In Bristol im Bundesstaat Virginia wurde zudem ein geplantes Konzert abgesagt.
Am Samstagabend soll in Washington dennoch ein großes Feuerwerk von mehreren Standorten aus gezündet werden. Bereits am Freitag donnerten mehrfach Kampfjets über die Hauptstadt, auch für den Feiertag sind weitere Überflüge geplant.
Trump kündigt trotz Hitze lange Rede an
Trump will sich von den Temperaturen nicht beeindrucken lassen. Bereits in dieser Woche kündigte der Präsident an, er wolle „eine richtig lange Rede halten, nur um zu zeigen, dass ich alles schaffen kann“. Sein Auftritt ist für Samstagabend Ortszeit geplant.
Schon am Vorabend des Unabhängigkeitstags hatte Trump vor der Kulisse des Mount Rushmore in South Dakota eine Rede gehalten. Dabei warnte er seine Anhänger vor kommunistischem Gedankengut. „Man kann Kommunist sein oder Patriot“, sagte der Republikaner. Den Begriff „Kommunismus“ verwendet Trump seit einiger Zeit verstärkt, um auch linke politische Gegner und deren Positionen anzugreifen.
Zugleich zeichnete er das Bild einer Nation, die sich auf Gott berufe. Die Rechte der Amerikaner seien von Gott verliehen worden, „der uns erschaffen hat“, sagte Trump. Außerdem erklärte der Präsident: „Kein anderes Land hat dieser Welt mehr Gutes gebracht als die Vereinigten Staaten von Amerika.“ Er betonte zudem, dass in den USA Englisch gesprochen werde, weil es die Sprache der Gründerväter sei.
Jubiläumsfeiern auch als politische Bühne
Der weltberühmte Mount Rushmore mit den in den Fels gehauenen Köpfen der Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln diente Trump bereits vor sechs Jahren am Unabhängigkeitstag als Kulisse für eine politische Rede.
Auch diesmal nutzt der Präsident die Feierlichkeiten rund um das 250-jährige Bestehen der USA, um nach eigenen Angaben auf die Erfolge seiner zweiten Amtszeit hinzuweisen. Zugleich steht Trump innenpolitisch unter Druck. Vor allem der Iran-Krieg sorgt für Kritik, während viele Amerikaner kriegsmüde sind und die Zustimmungswerte des Präsidenten seit längerer Zeit niedrig bleiben.









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