Immer weniger Fische

Vorarlberg fordert EU-weites Kormoranmanagement

Vorarlberg
03.06.2026 12:05
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die rasant wachsende Kormoranpopulation im Bodenseeraum verschärft den Konflikt zwischen Artenschutz, Fischerei und Gewässerökologie. Da regionale Maßnahmen an Grenzen stoßen, fordert Vorarlbergs Landesrat Christian Gantner (ÖVP) nun ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene und drängt die österreichische Bundesregierung zum Handeln.

Hintergrund ist eine aktuelle Initiative von zehn EU-Mitgliedstaaten – darunter Schweden, Finnland, Polen und Tschechien -, die sich für ein aktiveres und rechtlich flexibleres Kormoranmanagement einsetzen. In einem Schreiben an Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP) ersucht Gantner, dass Österreich diesen Vorstoß auf EU-Ebene aktiv unterstützt. Das Ziel: Der Kormoran soll in den Anhang II der EU-Vogelschutzrichtlinie aufgenommen werden. Damit würde der Vogel offiziell zu den jagdbaren Arten zählen, was die bürokratischen Hürden für Bestandsregulierungen deutlich senken dürfte.

Maßnahmen zeigten bisher wenig Wirkung
Bisherige, lokal begrenzte Vergrämungsmaßnahmen – die Deutschen sprühten unlängst Öl auf Kormoran-Eier – und die Verhinderung neuer Brutkolonien zeigten laut dem Landesrat zwar punktuell Wirkung, brachten jedoch keine nachhaltige Entlastung für das Ökosystem. Da die Vögel hochmobil sind, verpuffen isolierte Eingriffe einzelner Anrainerstaaten, solange in den Nachbarländern keine vergleichbaren Instrumente greifen.

Doch nicht nur die Fischerei schlägt wegen der wirtschaftlichen Schäden durch den Kormoran Alarm, auch Naturschützer sehen dringenden Handlungsbedarf. Trotz intensiver lokaler Schutzbemühungen verharren bedrohte Fischarten weiterhin in einem kritischen Erhaltungszustand. Zudem führt die intensive Verkotung durch die Kolonien zu einem massiven Baumsterben in sensiblen Gebieten wie dem Europaschutzgebiet Rheindelta und der Fußacher Bucht, wodurch wertvolle ufernahe Lebensräume nachhaltig zerstört werden. „Es geht nun darum, das ökologische Gleichgewicht durch ein grenzüberschreitendes Bestandsmanagement wiederherzustellen“, betont Gantner.

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