Nach Zusammenbruch

Befund im Krankenhaus: „Hier sind Sie falsch“

Niederösterreich
04.07.2026 18:50

Nach Zusammenbrüchen fand man in Gmünd keine Ursache. Das Spital in Waidhofen an der Thaya wollte den Mann aber genau dorthin zurückschicken, nachdem er direkt bei einem Arzt wieder zusammengebrochen war und ihn die Rettung nach Waidhofen brachte. Und bis heute steht der Mann mit seinem Leiden alleine da!

Seit Monaten kämpft ein Waldviertler mit schweren gesundheitlichen Problemen, aufgrund derer er schon oft zusammengebrochen ist – der Blutdruck geht dabei meist nicht über 85 hinaus. Er war daher im Mai auch schon eine knappe Woche ins Krankenhaus Gmünd „eingerückt“, um sein Leiden abklären zu lassen.

Nach „umfassender internistischer und neurologischer Abklärung“, wie die Landesgesundheitsagentur (LGA) betont, wurde er aber wieder heimgeschickt, obwohl die Probleme anhielten. Weil das Spital sein Leiden nicht lindern konnte, suchte der 79-Jährige Spezialisten auf.

Familie fühlte sich zur Unterschrift genötigt
„Sie sind bei uns falsch, hieß es im Spital“, schildert die Familie, dass der Schremser wieder nach Gmünd gebracht werden sollte. Denn als Einwohner des Bezirks Gmünd müsse der Notfallpatient auch nach Gmünd kommen. Beteuerungen der Angehörigen, dass dort keine Ursachen für die Symptome gefunden worden waren, seien auf taube Ohren gestoßen. Als dann auch noch stundenlange Wartezeiten auf den Abtransport durch die Johanniter befürchtet wurden, fühlten sich der Patient und seine Familie genötigt, einen Revers zu unterschreiben.

Zusammenbruch direkt beim Arzt
So fuhr er im Juni zu einem Arzt nach Schwarzenau, Bezirk Zwettl, wo er vor Ort abermals zusammenbrach. „Ich habe gedacht, jetzt hat seine letzte Stunde geschlagen“, schildert seine Lebensgefährtin. Der Mediziner rief sofort die Rettung und hängte dem Mann aus Schrems eine Infusion an, die ihn wieder etwas aufpäppelte. Dann brachte die Rettung den kaum gehfähigen Notfallpatienten in die Klinik Waidhofen an der Thaya – wo er aber nur mit Sauerstoff versorgt und ihm Blut abgenommen wurde.

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Bei der Spitalsversorgung im Waldviertel heißt es heute gewissermaßen: Hüpft’s endlich ins Kisterl und macht’s euch am besten noch selber den Deckel zu!“

Die Betroffenen echauffieren sich über die Kliniken im Waldviertel

Ins Auto hieven ...
Die Verwandtschaft musste dann sogar noch zusammenhelfen, den noch schwer leidenden Mann überhaupt in den Privat-Pkw zu hieven. „Wir haben jahrzehntelang in das Gesundheitswesen eingezahlt. Und jetzt heißt es hier gewissermaßen: Hüpft’s endlich ins Kisterl und macht’s euch am besten noch selber den Deckel zu!“, sind die Betroffenen über die Spitäler im Waldviertel empört.

LGA: „Patient nicht abgeschoben!“
Die LGA sieht das komplett anders: Der Patient sei nicht „abgeschoben“ worden, sondern habe auf eigenen Wunsch und gegen die ausdrückliche medizinische Empfehlung gehandelt. Bisher sei auch noch keine Beschwerde eingelangt. Die Familie überlegt das derzeit aber, wie sie mitteilt.

Die LGA verteidigt die Absicht am Krankenhaus Waidhofen an der Thaya, den Patienten wieder nach ...
Die LGA verteidigt die Absicht am Krankenhaus Waidhofen an der Thaya, den Patienten wieder nach Gmünd zu transportieren, wo ihm allerdings nicht geholfen werden konnte.(Bild: P. Huber)

„Nicht jedes wiederkehrende oder unspezifische Beschwerdebild erfordert eine stationäre Weiterbehandlung oder Verlegung. Ziel ist die Versorgung am medizinisch geeigneten Ort“, erklärt die LGA, dass der Patient nach Vorbefundung und -behandlung in Gmünd am besten aufgehoben gewesen wäre. Die Familie entgegnet: „Warum hat er dann immer noch dieselben Gesundheitsprobleme?“

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