Transporte als „No-Go“

Spitäler: Neues System lässt Ärzte Alarm schlagen

Niederösterreich
13.01.2026 06:00

Riesigen Wirbel löste der „Krone“-Bericht über einen Waldviertler aus, der stundenlang im falschen Spital lag. Nicht einmal den niedergelassenen Ärzten sei die personelle Demontage der Klinik Gmünd (NÖ) mitgeteilt worden, kritisiert Ärztekammer-Funktionärin Tauchmann, wie auch das stundenlange Warten auf Krankenhaustransporte.

Heftige Kritik am stillen Personalabbau in der Klinik Gmünd – ohne adäquaten Ersatz geschaffen zu haben – löste der „Krone“-Bericht über einen 21-jährigen Mann aus, der nach einem Beinbruch schmerzhafte Stunden ausharren musste, bis er endlich ins Spital Horn zur Operation gebracht wurde.

„Diese Einschränkungen wurden weder der Bevölkerung noch den niedergelassenen Ärzten mitgeteilt. Das muss man aus der Kronen Zeitung erfahren“, prangert nun auch Internistin und Hausärztin Karoline Tauchmann aus dem Bezirk Gmünd an. „Fehlende Information kostet im Notfall Zeit und verursacht unnötige Wege sowie zusätzliche Belastungen“, so Tauchmann in ihrer Funktion als stellvertretende Kurienobfrau des niedergelassenen Bereichs in der Ärztekammer NÖ. Sie ist auch Medizinerin im Spital Gmünd.

Dieser Fall erzeugte einen heftigen Aufschrei. Und das nicht nur im Waldviertel: Schien- und ...
Dieser Fall erzeugte einen heftigen Aufschrei. Und das nicht nur im Waldviertel: Schien- und Wadenbein des 21-Jährigen waren gebrochen. Er lag stundenlang in der falschen Klinik.(Bild: Privat z.V.g.)

Generell stehe die Kammerfunktionärin hinter dem Gesundheitspakt, es brauche aber eine gemeinsame Planung zwischen niedergelassenem und stationärem Bereich sowie der Schnittstellen dazwischen. „Und das geht nur, wenn der niedergelassene Bereich auch eingebunden ist“, betont Tauchmann.

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Wie kann jemand ohne Standort im Waldviertel Bestbieter sein, wenn er für jeden Transport erst von Stockerau oder St. Pölten anfahren muss?

Dr. Karoline Tauchmann, Ärztekammer NÖ

Bester ohne Stützpunkt im Waldviertel?
Die Ärztin kritisiert auch die Vergabe der Sekundärtransporte, also der Patiententransporte zwischen den Kliniken, an die Johanniter: Ihre nächsten Stützpunkte zum Waldviertel seien in Stockerau und St. Pölten. Die Aussage der Landesgesundheitsagentur (LGA), wonach die Johanniter beim „intrahospitalen Transport“ im Waldviertel als Bestbieter gelten würden, könne Tauchmann nicht nachvollziehen.

Die LGA beteuert, dass man „selbstverständlich diese Einschränkungen in der Versorgung im Vorfeld mit Notruf NÖ besprochen“ hätte. Ebenso seien Anfahrtszeiten definiert, um verletzte Patienten bereits primär an den richtigen Behandlungsort zu bringen.

Stunden warten und Stunden fahren
Für Gmünds SPÖ-Stadtrat Thomas Miksch sind die Geschehnisse „höchst alarmierend und ein schweres Versäumnis in der medizinischen Versorgung“. Damit werde genau das Gegenteil dessen umgesetzt, was im Gesundheitspakt 2040 des Landes versprochen worden sei. Er schildert einen Fall einer älteren Dame aus Gmünd, die stundenlang auf einen Krankentransport warten musste, da es wegen schlechter Witterung gewaltige Verspätungen gab – samt mehrstündiger Fahrt nach St. Pölten.

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