Schwere Vorwürfe

Gerichte müssen Saustall in Bauernkammer klären

Salzburg
04.07.2026 19:00

Die Kammer-Krise wird immer mehr zur Schlammschlacht: Jene Ex-Abteilungsleiterin, die bei der Stellenbesetzung nicht zum Zug kam, zeigte sexuell anzügliches Verhalten im Hearing an. Kammer-Präsident Rupert Quehenberger weist alle Vorwürfe zurück.

Die Krise in der Salzburger Landwirtschaftskammer ist um ein Kapitel reicher. Die frühere Leiterin von Finanz- und Rechtsabteilung, die bei der Stellenbesetzung des Kammeramtsdirektors nicht zum Zug kam, fährt jetzt in einer Anzeige schwere Geschütze gegen die Hearing-Kommission auf. Man habe ihr nachträglich Punkte abgezogen, so Angela D. Ursprünglich sei sie klar vor Franz Wieser gereiht gewesen. Dessen Bevorzugung widerspreche dem Gleichbehandlungsgesetz, so die Ex-Abteilungsleiterin.

Und sie prangert in einer Stellungnahme auch weitere Details aus dem Hearing mit insgesamt sieben Kandidaten (vier davon aus der Kammer) an. Die Ex-Abteilungsleiterin war die einzige Frau. Alle Bewerber hatten ein Konzept zu erarbeiten. Als sie auf das „Monkey-Management-Prinzip“ (eine spezielle Führungstheorie) einging, sei es zu anzüglichen Bemerkungen und Gesten gekommen. Kammer-Präsident Rupert Quehenberger und der oberste Landesbeamte Franz Moser hätten „mit Lachen und Grunzen reagiert“, heißt es in aktuellen Medienberichten.

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Wir vertrauen auf die Unabhängigkeit der Gerichte.

Franz Wieser, Kammeramtsdirektor

„Wie weit will man noch in den Schmutzkübel greifen?“, zeigt sich Kammer-Präsident Quehenberger im Gespräch mit der „Krone“ fassungslos. „Bei sieben Kandidaten gibt es sechs enttäuschte – egal ob Mann oder Frau.“ Politische Einflussnahme vonseiten der Landes-ÖVP habe es nie gegeben. Einflussnahme sei höchstens im Haus passiert. Der pensionierte Kammeramtsdirektor Nikolaus Lienbacher habe die Kollegin in die Position hieven und sogar Sekretärinnen tauschen wollen.

Kammer-Krise wird zur Schlammschlacht
Lienbacher – er war Schriftführer beim Hearing – bestätigt die Vorwürfe von Angela D. „Man hat zuerst auf die Kollegin sogar vergessen. Sie konnte ihr Konzept erst später vorstellen.“ Dass Wieser als Erstgereihter hervorging, hatte „ordentlich Stallgeruch“. Der Schlagabtausch in der Kammer, die vor einem Schuldenberg steht und sich für die Zukunft neu aufstellen will, beschäftigt weiter mehrere Gerichte.

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