Die Zahl der Asylwerber sinkt zwar, doch Angebote, die deutsche Sprache zu lernen, bleiben enorm wichtig. Dazu gibt es nun neue Online-Kurse – rund um die Uhr verfügbar, mit wöchentlichen Einheiten mit „echten“ Trainern, praxisnah und kostenlos.
„1652 Menschen sind derzeit in Kärnten in der Grundversorgung. Der Trend ist rückläufig“, so Landeshauptmann Daniel Fellner. Grundversorgung bedeutet, diese Hilfs- und Schutzbedürftigen erhalten Leistungen wie Verpflegung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Bekleidungshilfe, Schulbedarf sowie Information, Beratung – und Sprachkurse. „Integration beginnt mit der Bereitschaft, unsere Werte, unsere Kultur zu respektieren und unsere Sprache zu lernen. Die Kärntner Hausordnung ist nicht einseitig“, betont Fellner. Sie definiere nicht nur Regeln für Asylwerber, sondern verlange auch Angebot vom Land; beispielsweise Sprachkurse.
„Mit dem neuen Online-Angebot bauen wir Hürden ab, Hürden wie den Weg zum Kursort, die Organisation eines Kursraumes“, so der Landeshauptmann. Denn zusätzlich zu den seit 2017 intensiv angebotenen Sprachkursen in Präsenz gibt es nun vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und dem Land Kärnten ausgearbeitete digitale Kurse. „Die Menschen bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit, Ukrainer haben meist ein hohes Bildungsniveau, Syrer und Afghanen oft ein niedrigeres. Daher gibt es Kurse vom Alphabetisierungsbedarf weg bis zum Sprachniveau C1“, erklärt Roland Goiser, der stellvertretende Direktor des ÖIF. Präsenzkurse werden auch zu Randzeiten, also in der Früh, am Abend, an Wochenenden angeboten; die digitalen Kurse können rund um die Uhr genutzt werden – kostenlos. „25.000 Leute sind österreichweit täglich auf dem Sprachportal“, freut sich Goiser.
Die Sprache ist der Schlüssel zur Orientierung, zur Selbstständigkeit, zur Integration.
Roland Goiser, stellvertretender Direktor des Österreichisches Integrationsfonds (ÖIF)
Gelernt werden dort die ersten 100 Wörter und Sätze, der Wortschatz zum Grüßen, zum Einkaufen, für Behördenwege – eben für allerlei Situationen im Alltag. Beispielsweise die Anmeldung für die Schule: Familie Berger will ihre Tochter Svetlana für die Schule anmelden. Ein kurzer Text bietet die nötigen Informationen, mit denen das Formular ausgefüllt werden soll. So sieht eine der praktischen, schriftlichen Übungen im Online-Deutschkurs aus. Insgesamt stehen rund 5000 Online-Übungen kostenlos zur Verfügung.
„Das Ziel ist es, einfach und schnell in die Sprache einzusteigen und im Selbststudium durch die vielen Wiederholungen immer weiterzukommen“, so Daniela Berger, Gesamtleitung Sprache im ÖIF.
Zusätzlich zu den Modulen im Selbststudium gibt es einmal in der Woche einen Live-Online-Kurs, in dem die Kursteilnehmer Trainern Fragen stellen können.
Schon bei der Ankunft Zugang zum Sprachportal
„Damit jeder so früh wie möglich Deutsch lernen kann, bekommen die Menschen schon bei der Ankunft einen QR-Code, der auf das Sprachportal führt. Am Ende der Kurslevel gibt es Tests und Zertifikate“, so Mandana Poureh, die Integrationsbeauftragte des Landes Kärnten. Diese Zertifikate werden an die Abteilung 13 im Land (Unterabteilung Flüchtlingswesen, Grundversorgung, Integration) weitergeleitet.
Wer nicht lernen will, bekommt weniger finanzielle Unterstützung
Wer keine Bereitschaft zeige, müsse mit Konsequenzen rechnen, so der Landeshauptmann, der im März bei der Präsentation der Kärntner Hausordnung sagte: „Deutsch zu lernen ist der Schlüssel für Integration. Wer sich beharrlich weigert, muss mit Konsequenzen rechnen. Wer unsere Sprache nicht lernt, unsere Werte nicht respektiert, der wird auch unser Geld nicht bekommen.“ Dann werde also die Grundversorgung gekürzt.
Deutsch lernen für den Alltagsgebrauch
Das Sprachportal des Österreichischen Integrationsfonds bietet kostenlose Angebote (Online-Übungen sowie Audio- und Videodateien) und ermöglicht es, immer und überall Deutsch zu lernen. Zusätzlich werden auch kostenlose Live-Online-Kurse mit erfahrenen Trainern angeboten. Prüfungstermine in ganz Österreich und umfangreiche Materialien zur Prüfungsvorbereitung mit Modelltests und Onlinetests sind ebenfalls abrufbar. Weiterbildungen und Tipps gibt es auch für Unterrichtende. Zu finden auf https://sprachportal.at/deutsch-lernen/
2025 wurden in Österreich etwa 16700 Asylanträge gestellt und die Anzahl der Anerkennungen betrug fast 13200, wie aus Statistiken des Ministeriums hervorgeht. In den vergangenen Jahren sind sowohl die Zahl der Asylanträge als auch die Zahl der Anerkennungen kontinuierlich zurückgegangen, weiß man beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). In Kärnten befinden sich derzeit 1652 Menschen in der Grundversorgung.
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