Bettina Ellinger, seit 1. Juli neue Bildungsdirektorin für Tirol, hat der „Krone“ ein Interview gegeben. Was sie sagt und was die AHS-Gewerkschaft versteht, das lässt tief blicken. Ein Kommentar von „Krone“-Redakteurin Claudia Thurner.
Bildungsdirektorin Bettina Ellinger spricht im Interview mit der „Krone“ über die Bedeutung der Bildungsdirektion, über Sommerschule und Schulcluster. So weit, so gut. Doch zum Schluss die „Ungeheuerlichkeit“. Ellinger bekundet Offenheit für das Modell einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen. „Ich wäre eine schlechte Volksschullehrerin und Erziehungswissenschaftlerin, wenn ich nicht offen für dieses Modell wäre“, so ihre Formulierung.
Hofer ortet Lehrer-Bashing
Mehr haben die AHS-Gewerkschafter nicht gebraucht. Was sie aus der Aussage herauslesen, lässt tief blicken. „Just am Vortag des Amtsantritts als Bildungsdirektorin den rund 1800 Tiroler AHS-Lehrpersonen auszurichten, sie seien schlechte Lehrerinnen und Lehrer, weil sie die Gesamtschule ablehnen, ist höchst problematisch“, erklärt Tirols AHS-Gewerkschaftschef Matthias Hofer.
Die Analyse der Gewerkschaft lässt ihrerseits Schlüsse zu: 1. Bildungsdirektion und AHS-Lehrer brauchen dringend einen guten Mediator. 2. Mit Sympathie für ein Schulmodell, zu dem viele Bildungsexperten raten, fällt man bei der AHS-Gewerkschaft durch. 3. Was gesagt und was verstanden wird – die Kluft ist alarmierend groß. 4. Gute Nacht, sollten von der Regierung wirklich einmal große Bildungsreformen angedacht werden.
Die Tiroler AHS-Gewerkschaft fordert „Dialog – nicht pauschale Abwertung einer ganzen Schulart“. Ich behaupte jetzt mal etwas: Die Bildungsdirektorin hat einen Knochenjob.
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