Trockenheit, Hitze und Dürre setzen Österreichs Landwirtschaft derzeit zu. Sowohl die Getreide- als auch die Marillenernte fallen geringer aus als sonst. Regional gebe es große Unterschiede, sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger.
Im Weinviertel (Niederösterreich) haben Spätfroste etwa die Hälfte der Marillen zerstört. Marillenbauer Wolfgang Hackl aus Atzelsdorf sagte zum „Kurier“, dass die Saison voraussichtlich noch drei Wochen dauere. Die späteren Sorten könnten einen Teil der Ernteausfälle abfedern. Allerdings bessert sich die Situation für die Landwirtinnen und Landwirte langfristig nicht, wenn weiterhin Regen fehle. Auch die anhaltende Hitze setzt der Landwirtschaft zu.
Das zeigt sich auch beim Getreide. Die Landwirtschaftskammer Österreich prognostiziert für dieses Jahr einen deutlichen Ernterückgang im Vergleich zu 2025 (minus 15 Prozent). Die Witterung beim Herbstanbau 2025 sei wechselhaft gewesen, anschließend seien teils sehr trockene Wintermonate gefolgt. Regional seien große Unterschiede zu bemerken, aber „je weiter man in den Osten kommt, umso stärker sind die Ertragseinbußen bei der Ernte“, sagte Moosbrugger. Zu viel Regen sei grundsätzlich besser als zu wenig.
Produktionskosten hoch
Ein Problem für die Landwirtschaft sind laut Moosbrugger aktuell auch die hohen Produktionskosten, „insbesondere für Dünger, Energie, Treibstoffe, et cetera“. Für viele Betriebe werde es immer schwieriger, kostendeckend zu wirtschaften und notwendige Investitionen zu tätigen. Er empfahl eine gute Planung in der Frage, „welche Kulturen“ angebaut werden sollen, und sich weiterzuentwickeln, um Stabilität zu bekommen. Von der Politik fordert der Landwirtschaftskammer-Präsident unter anderem wirksame Importkontrollen bei Agrarerzeugnissen. „Was man bei uns in der Produktion, in der Tierhaltung nicht will, das darf nicht importiert werden“, sagte er.
Die wichtigsten Kulturen in Österreich sind Mais, Weizen, Gerste, Sojabohnen und Triticale. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in diesem Jahr vor allem die Flächen mit Sonnenblumen, Roggen, Ölkürbis, Raps und Wintergerste ausgeweitet. Am stärksten verloren hingegen Erdäpfel, Körnererbsen, Ackerbohnen, Sommergerste, Hafer und Zuckerrüben.
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