Koalition einigt sich
Deutschland dreht für Entlastung an Reichensteuer
Die deutsche Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD hat sich auf einem Koalitionsgipfel auf eine Reihe von Reformen geeinigt. Familien mit Kindern und Geringverdiener sollen entlastet werden. Um das zu finanzieren, wird die sogenannte Reichensteuer verändert.
Die Reform der Einkommenssteuer soll insgesamt rund zehn Milliarden Euro pro Jahr betragen, teilten die Vorsitzenden von Union und SPD am ersten Tag ihres Koalitionsgipfels in Berlin mit. Profitieren sollen Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen sowie Familien mit Kindern. „Damit erleichtert die Koalition gezielt den Alltag von Familien“, heißt es im „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“.
600 Euro pro Haushalt
Gelten sollen die Änderungen ab 1. Jänner 2027. In voller Wirkung ab 2028 könne eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 60.000 Euro gegenüber heute um mehr als 600 Euro jährlich entlastet werden, so die Koalition. Erzielt soll die Entlastungswirkung unter anderem durch eine Anhebung des Grundfreibetrages, einer Anhebung des Kinderfreibetrages und einer Erhöhung des Kindergeldes.
Neuer Höchsttarif
Gegenfinanziert soll die Entlastung über eine Veränderung bei der „Reichensteuer“ – die Steuer für hohe Einkommen. Sie soll gesplittet werden. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro soll ein Steuersatz von 45 Prozent gelten, ab einem zu versteuernden Einkommen von 280.000 Euro ein Satz von 47 Prozent.
Schärfere Regeln bei Krankenstand
Die deutsche Bundesregierung präsentierte weitere Reformen: Angesichts hoher Fehlzeiten in Unternehmen werden die Regeln für Krankschreibungen verschärft. Künftig soll eine Krankschreibung schon ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit verpflichtend sein. Bisher ist diese erst ab dem vierten Tag nötig. Die telefonische Krankschreibung soll zudem abgeschafft werden.
Deutsche müssen bald länger arbeiten
Auch die Rentenreform kommt, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die 33 Vorschläge der Rentenkommission sollen umgesetzt werden, das Gesetzgebungsverfahren mit Jahresende abgeschlossen sein. Das bedeutet eine Anhebung des Pensionsantrittsalters: Bis 2031 soll es auf 67 steigen, danach an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden.









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