Sein 117. Länderspiel wird auch für David Alaba etwas Besonderes. Das WM-Sechzehntelfinale heute (21 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) gegen Spanien sei eine der wichtigsten Partien seiner Karriere.
„Es ist ein Privileg für uns alle, so ein Spiel spielen zu dürfen“, meinte der ÖFB-Kapitän. Spanien habe enorme Qualität. „Nichtsdestotrotz wollen wir dagegenhalten, unser Gesicht zeigen und unsere Stärken auf den Platz bringen, dann können wir auch so eine Mannschaft ärgern.“
Der ÖFB-Auswahl sei klar, dass sie gegen den Europameister noch einmal „eine Schippe drauflegen“ müsse, erklärte ihr Führungsspieler. „Wir wissen, dass wir noch nicht komplett ans Limit gekommen sind. Wir haben es noch nicht ganz so auf den Platz gebracht, wie wir uns das vorstellen.“ Er sei aber überzeugt, dass das in Los Angeles gelingen könne. „Wir wollen uns nicht verstecken, im Gegenteil: Wir wollen unser Spiel durchziehen.“
Die Spanier würden einen sehr attraktiven und technisch sehr versierten Fußball spielen. „Und sie haben gewisse Einzelspieler in ihren Reihen, die Spiele entscheiden können.“ Die Aussage eines spanischen Journalisten, wonach „La Roja“ bei der WM nicht mehr so stark wie beim EM-Titel 2024 sei, wollte Alaba so nicht stehen lassen. „Sie sind zu den Favoriten zu zählen. Sie haben eine ähnliche, vielleicht sogar eine bessere Qualität als vor zwei Jahren.“
„Besondere Jahre“ in Madrid
Kurioserweise ist Alaba der einzige Akteur beider Mannschaften, der in der vergangenen Saison bei Real Madrid gespielt hat. Spaniens Marc Cucurella wechselt im Sommer von Chelsea zu den „Königlichen“. Wo es Alaba nach seinem Vertragsende in Madrid hinzieht, ist weiterhin offen. „Wie meine Zukunft aussieht, weiß ich selbst noch nicht“, sagte der 34-Jährige. „Ich bin jetzt hier bei der WM mit Österreich und darauf ist mein Fokus. Alles Weitere wird man dann sehen.“
Er habe „fünf sehr schöne, sehr besondere Jahre“ bei Real Madrid verbracht. „Ich hatte eine Zeit, die auch sehr schwer war für mich nach der Verletzung“, erinnerte Alaba an seinen Kreuzbandriss Ende 2023, der ihn zu einer mehr als einjährigen Pause gezwungen hatte. „Es war ein sehr langer Ausfall. Ich habe eine sehr lange Zeit gebraucht, um wieder mein Level zu erreichen.“ Danach hätten auch wiederkehrende muskuläre Probleme dafür gesorgt, dass es schwer gewesen sei, seinen Rhythmus zu finden.

„Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Aber ich konnte auch sehr viel lernen und mitnehmen. Ich konnte mich als Spieler und als Person weiterentwickeln“, sagte Alaba. Auch in den Wochen vor der WM hatte er immer wieder mit kleineren Problemen am hinteren Oberschenkel zu kämpfen. In den drei bisherigen Turnierspielen war er nie länger als bis zur 68. Minute im Einsatz. Im Detail wollte der Routinier nicht darauf eingehen, ob er sich für 90 oder mehr Minuten gegen Spanien bereit sehe. „Ich fühle mich gut.“
Das Thema Elfmeterschießen
Ob er bei einem möglichen Elfmeterschießen noch auf dem Platz wäre, bleibt abzuwarten. Alaba gilt neben Marko Arnautovic und Marcel Sabitzer als einer der sichersten Schützen im Team. Man habe das Thema im Training „immer wieder eingestreut, aber auch nicht übertrieben“, verriet der Wiener. „Es ist nicht so, dass man sich 100-prozentig darauf einstellen oder das simulieren kann.“ Außerdem müsse man erst einmal dorthin kommen. „Wir werden uns auf die ersten 90 Minuten konzentrieren und darauf unseren Fokus legen.“
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