12. Sechzehntelfinal-Partie bei der Fußball-WM 2026: Cristiano Ronaldos Portugal trifft auf Kroatien. Wir berichten live (siehe unten).
Hier der LIVETICKER:
Definitiv ist zu sagen: Die beiden haben auf ihre Körper geachtet. Wohlmeinend und richtig wäre zu sagen: Luka Modric und Cristiano Ronaldo performen im beinahe biblischen Fußball-Alter über 40 nach wie vor auf Top-Niveau. Despektierlich wäre zu sagen: Das Sechzehntelfinale zwischen Portugal und Kroatien wird ein Duell der „Fußball-Opas“. Fix ist, dass das Spiel in Toronto für einen der beiden wohl das letzte WM-Match wird.
Gewisse Rivalität zwischen dem Duo
Richtig ist auch, dass Ronaldo und Modric einander gut kennen. Schließlich waren die beiden jahrelang Teamkollegen bei Real Madrid und gewannen zusammen viermal die Champions League. Dass es auch eine gewisse Rivalität zwischen dem Duo gibt, liegt nicht zuletzt an der Verleihung des Ballon d‘Or nach der WM 2018, als Modric dem portugiesischen Idol die Trophäe wegschnappte. Ronaldo gratulierte ihm zwar per Textnachricht, doch er blieb auch etwas beleidigt der Ehrung fern und sagte in einem Interview: „Nächstes Jahr werden wir uns wiedersehen. Und ich werde alles tun, um wieder den Preis zu erobern.“
Nach dieser Weltmeisterschaft wird es wohl kein nächstes Mal geben. Wenn Ronaldos Portugiesen und Modric‘ Kroaten aufeinandertreffen, wird ein ehemaliger Weltfußballer den anderen endgültig von der WM-Bühne schieben. Modric ist 40 Jahre alt und überlegt, ob er nach diesem Turnier überhaupt noch weiterspielt, Ronaldo ist sogar schon 41. Es ist kaum vorstellbar, dass beide mit dann 44 und 45 Jahren auch bei der WM 2030 noch einmal antreten werden.
Dzeko, Messi, Modric, Ronaldo: noch immer Topleistungen
Auf das Wiedersehen der beiden in Toronto wird jedenfalls die ganze Fußball-Welt schauen. Viele frühere Mit- und Gegenspieler sind bei dieser WM auch dabei – nur nicht mehr als Spieler. Sie arbeiten als Trainer, TV-Experten oder als Mitglieder der „FIFA Technical Study Group“, die dieses Turnier für den Weltverband analysiert. In Miami stellte die Expertengruppe ihren Zwischenbericht vor und ein Thema war auch: Wie geht das überhaupt – in diesem Alter noch Topleistungen auf WM-Niveau zu zeigen? Schließlich sind nicht nur Modric und Ronaldo in ihren Mannschaften maßgeblich. Superstar Lionel Messi ist 39 und führt – seit letzter Nacht mit Kylian Mbappé – die Schützenliste an. Der argentinische Kapitän erzielte bisher sechs Tore in drei Spielen und wurde dabei im dritten aus Schonungsgründen erst spät eingewechselt. Und bei Bosnien-Herzegowina ist der auch schon 40-jährige Edin Dzeko (40) Kapitän.
Der langjährige argentinische Nationalspieler Pablo Zabaleta (41) gehört zur „Study Group“ und ist sich sogar sicher: „Wir werden in Zukunft immer mehr Spieler sehen, die noch bis mindestens 38, 39 spielen.“ Grund seien die medizinischen, sport- und ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse. „Die Spieler bekommen alles, was sie benötigen“, sagt Zabaleta. „Sie wissen genau, was sie an Ernährung, Regeneration, Prävention oder zusätzlichem Training brauchen. Manche bezahlen noch einen eigenen Koch oder einen persönlichen Coach dazu.“
Genervt von Ronaldo, begeistert von Modric
Körperliche Einbußen würden ältere Spieler zudem mit effizienteren Laufwegen, besseren Entscheidungen und exzellentem Stellungsspiel kompensieren. Genau das beobachtet Zabaleta bei Ronaldo oder Messi: „Er geht manchmal nur über das Spielfeld. Aber er geht nicht spazieren. Sondern er scannt genau: Welcher Raum könnte sich auftun? Welche Position nehme ich am besten ein?“ Klar ist auch: Ohne ihr Ausnahmetalent, ihren Ehrgeiz und ihre Disziplin hätten Modric und Ronaldo auch alle sportwissenschaftlichen Fortschritte nicht geholfen.
Der Unterschied bei dieser WM ist nur: Bei den Portugiesen stören sich einige aufstrebende Spieler offensichtlich daran, dass sich alles immer nur um Ronaldo dreht. Bei den Kroaten ist die Verehrung für Modric weiter grenzenlos. „Luka ist unglaublich“, sagte sein Teamkollege Nikola Vlasic. „Es ist so, als könnte er die Zeit anhalten – und wir sind immer noch zehn Jahre zurück.“
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