Extremes Wetter

Hitze und Dürre lassen Bauern vor Ernte zittern

Burgenland
01.07.2026 19:00

Im Osten droht bei Winterweizen ein starker Ausfall. Die gesamte Anbaufläche für Getreide ist auf einem Tiefststand. Einzelne Betriebe befürchten höhere Einbußen.

Die extreme Wettersituation der vergangenen Wochen und Monate ist eine enorme Herausforderung für die heimische Landwirtschaft. Der Präsident der Österreichischen Landwirtschaftskammer (LKÖ), Josef Moosbrugger, meinte zusammen mit Burgenlands Landwirtschaftskammer-Chef Nikolaus Berlakovich: „Derzeit wird bundesweit mit lediglich 2,7 Mio. Tonnen beziehungsweise einem Minus von 15 Prozent eine deutlich geringere Getreide-Erntemenge (ohne Mais) als im Vorjahr erwartet.“

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Die Anbaufläche ist nach Schätzungen gegenüber dem historischen Tiefststand von 2025 weiter um 0,7 Prozent auf erstmals unter 0,5 Millionen Hektar gefallen

Josef Moosbrugger, Präsident der Österreichischen Landwirtschaftskammer

Erwartungen werden von Tag zu Tag geringer
 Die Witterung beim Herbstanbau 2025 sei wechselhaft gewesen, danach folgten teilweise sehr trockene Wintermonate. Nach etwas Regen im Februar gab es wieder eine lang anhaltende Trockenphase im März und April. Die Kulturen litten unter dem geringeren Niederschlag, und auch die Temperaturen forderten die Pflanzen sehr. Nach der kurzen Erholung mit Regen im Mai folgte die jüngste extreme Hitze im Juni. Die lasse die Ernteerwartungen laut LKÖ von Tag zu Tag geringer werden.

Einzelne Betriebe erwarten große Rückgänge
Einzelne Betriebe erwarten große Rückgänge(Bild: Reinhard Judt)

Da Getreide mit den aktuellen Gegebenheiten schlechter zurande komme als etwa Mais, sei „die Getreideanbaufläche nach derzeitigen Schätzungen gegenüber dem historischen Tiefststand von 2025 weiter um 0,7 Prozent auf erstmals unter 0,5 Millionen Hektar gefallen“, gab Moosbrugger zu bedenken.

Trockengebiet im Osten hat höhere Einbußen
Die Einbußen seien im Osten viel stärker als im Westen. LK Burgenland-Präsident Berlakovich hob hervor: „Die Getreideerträge schwanken witterungsbedingt in Österreich, sind insgesamt unterdurchschnittlich und nehmen Richtung Trockengebiet im Osten spürbar ab.“

Die Böden im Osten sind gestresst.
Die Böden im Osten sind gestresst.(Bild: Reinhard Judt)

Bei Winterweizen zum Beispiel gehe man aktuell von durchschnittlich bis zu 20 Prozent weniger Ertrag pro Hektar aus, während die Schätzungen im Burgenland sogar noch weiter darunter liegen würden. Für die einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe seien die Ertragsschwankungen noch deutlich stärker zu spüren. Er rechnet mit Einbußen bei allen Getreidesorten, Raps, Körnererbsen und Ackerbohnen. Berlakovic forderte von der EU weitere Entlastungen für Bauern und wirksame Importkontrollen bei Agrarerzeugnissen, sowie eine „starke, zukunftsweisende und ausreichend finanziell ausgestattete gemeinsame EU-Agrarpolitik samt Inflationsanpassung.“

Preise für Düngemittel auf zu hohem Niveau
 Herausfordernd seien für die Ackerbaubetriebe neben dem Klima auch die EU-Politik mit Kürzungsplänen und zusätzlichen Auflagen, eine auseinanderklaffende Preis-Kosten-Schere und der kontinuierliche Wegfall von Pflanzenschutz-Wirkstoffen. Weitere Entlastungen erwarte man sich auch bei den Preisen für Dünger, die noch immer zu hoch seien.

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